Dr. Gaby Huch | Roedernstraße 49 b | 12623 Berlin | 0172 2736985 | gaby@huch.berlin
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1798

01.01.

Das Leben am preußischen Hof im Winter 1797/98 beschreibt Luise von der Marwitz: "In wenigen Wintermonaten drängten sich einige Bälle, Opern und Maskeraden zusammen, denen sie [Luise] wohl mit der Lust einer schönen jungen Frau und dem natürlichen Wohlgefallen an erregter Bewunderung nachgehen mochte. Ihr Luxus musste mit einem Jahrgehalt von 1.000 Talern befriedigt werden."

06.01.

Nach nur wenigen Trauerwochen beginnen "die Festlichkeiten, so glänzend und doch so einförmig wie je, die Bälle und Thé dansants, die diplomatischen Diners und Theaterbesuche" (Klöden) mit einem Thé dansant bei Minister von Heinitz.

07.01.

Der König gibt ein Diner für Deputierte des schlesischen Adels. Am Abend findet ein Thé dansant bei Minister von Alvensleben statt.

08.01.

Nach der großen Cour wird an zwei Tafeln soupiert.

11.01.

Am Abend gibt Minister von Arnim einen Ball.

14.01.

Minister von Alvensleben gibt einen Thé dansant.

15.01.

Nach der Cour findet ein Ball im Berliner Schloss statt.

18.01.

Im Podewilsschen Palais wird ein Thé dansant gegeben. Die "Großmama" der Königin kommt aus Neustrelitz an.

21.01.

Minister von Alvensleben gibt einen Ball.

22.01.

Der König nimmt die Vorstellung einer Adelsdeputation aus Preußen an, an die sich eine Cour anschließt.

23.01.

Im Fürstentum Neufchâtel und in der Grafschaft Valengin findet vor den Gouverneuren als Stellvertreter des Königs die Huldigung statt.

Ende Januar bis Ende Februar

Ende Januar erkrankt der König, die Krankheit dauert bis Ende Februar an. Der Karneval am preußischen Hof fällt aus.

20.02.

Die General-Kontrolle der Finanzen wird eingerichtet.

10.03.

Der Geburtstag der Königin Luise (geb. 1776) wird in Berlin gefeiert.

17.03.

Der König lässt durch ein Konvokationspatent eine Landeshuldigung für Schlesien ausschreiben.

18.03.

Es ergeht ein Publikandum, wie diejenigen sich zu verhalten haben, welche bei Seiner Königlichen Majestät Allerhöchsten Person Vorstellungen und Beschwerden anbringen wollen.

29.03.

In Berlin findet die Konfirmation des Prinzen Heinrich statt.

Ende März

Der König war bis Ende März in Charlottenburg geblieben, "dann ging er mit der Königin nach Potsdam … kehrte mit ihr aber am 10. Mai wieder nach Charlottenburg zurück, und hielt in Berlin am 21. bis 23. Mai die gewöhnliche Revue ab." (Klöden)

21. bis 23.05.

In Berlin finden die Truppenrevuen statt.

24.05. bis 29.06.

Der König reist nach Pommern, Preußen, Schlesien. Zwecke der Reise sind die Huldigung in Königsberg und die Revuen in den Provinzen. Bereits vor der Reise hatte der König durch Kabinettsbefehle alle kostspieligen Ehrenbezeugungen untersagt, da er "von der Liebe seines Volkes bereits untrüglichere Merkmale habe". (Klöden) - Es sei, " von Anfang bis zum Ende ein ununterbrochener Triumphzug (gewesen), wie ihn das alte Preußen niemals vorher gesehen. Von weither strömte alles zusammen, um dem König und namentlich der Königin zu huldigen. Überall Ehrenpforten, Begrüßungen, Blumenregen, Festlichkeiten, jubelnde begeisterte Menschenmassen, Empfänge und Ansprachen, dem König lästig, von der Königin mit immer gleicher bezaubernder Huld entgegengenommen und unermüdlich erwidert." (Bailleu)

24.05.

Am Abend wird Freienwalde erreicht.

25.05.

Am Abend Ankunft in Stargard. Das Quartier befindet sich vor dem Walltor. - In Königsberg wird der Huldigungslandtag eröffnet.

26.05.

In Stargard findet die Revue der Truppen statt. Anschließend empfängt der König die Deputation der Vor- und Hinterpommerschen Stände und des Magistrats. Nach einem Militär-Diner endet der Tag mit einem Thé dansant bei General von Pirch.

27.05.

Nach der Generalrevue gibt der König ein Diner für das Militär. Königin Luise reist bereits am Nachmittag weiter: "Die guten Pommern, die immer ihren Königen zugetan waren, bewiesen mir ihre Liebe durch endlose Vivatrufe, als ich die Stadt verließ." (Rothkirch)

28.05.

Zweiter Tag der Generalrevue in Stargard. Eine Deputation aus Kolberg trifft ein. Der Tag endet mit einem großen Souper. - Die Königin reist über Körlin weiter nach Köslin, wo sich die Einwohner zur Begrüßung auf dem Marktplatz versammeln und sie mit Musik durch Blumenmädchen begrüßen. Sie habe dabei "vor allem mehrere Landleute (bemerkt), die das Kostüm der alten Wenden bewahrt haben." (Rothkirch) Der Tag endet mit einer Cour der Damen des Adels bei der Königin.

29.05.

Abreise von Stargard nach Köslin. "Überall war die Freude groß, und das Landvolk stand, oft weit hergekommen, am Wege, um seinen König und die Königin zu sehen." (Voss) In Köslin empfängt der König eine Abordnung des Magistrats, mit der er sich über den "Nahrungsstand der Stadt" unterhält. Auch die Statue Friedrich Wilhelms I. wird besichtigt. - Die Königin reist inzwischen über Stolpe nach Lauenburg.

30.05.

Mit Aufenthalten wird die Reise nach Danzig fortgesetzt, wo Quartier bei Gouverneur von Kalckreuth genommen wird. Auf dem Weg werden der Gollen- und der Fahnenberg bestiegen, Kolberg, Rügenwalde, Jasmund besichtigt. - Auch die Königin erreicht Danzig: "Eine Meile vor Danzig war ein Zelt aufgeschlagen, in dem uns eine Deputation erwartete; auch Massow und der Minister Schroetter waren dabei. Als wir in Danzig einfuhren, donnerten die Kanonen." (Voss)

31.05.

In Danzig hält der König eine Spezialrevue über die Garnison. Anschließend werden die Festung und die Sternwarte besichtigt. Der König empfängt eine Deputation der Geistlichkeit, der Zünfte und der Schützengilde. Das Diner wird in Oliva beim Fürstbischof Graf von Hohenzollern genommen, der zugleich Abt des Klosters ist. - Die Straße nach Oliva sei "mit Menschen bedeckt" gewesen. (Voss). - Am Abend fährt der König im offenen Wagen zum Carlsberg, wo ein großes Souper mit Vertreter der Militär- und Zivilbehörden stattfindet. Die Stadt ist illuminiert.

01.06.

Nach dem Stapellauf zweier Schiffe, einem Diner auf der Weichsel und einem Ball der Kaufmannschaft in der Börse reisen König und Königin weiter nach Schlobitten, wo sie im Barockschloss des Grafen Dohna beherbergt werden.

02.06.

Die Reise wird über Marienburg nach Elbing fortgesetzt. In Marienburg wird Revue über die Truppen gehalten und der Wasserbau an der Mautauerspitze besichtigt. Für die Königin, die nach Frauenburg weiterreist, hatte in der Zwischenzeit am Übergang über die Nogat die Elbinger Kaufmannschaft ein Zelt für das Mittagessen errichtet.

03.06.

König und Königin treffen in Königsberg getrennt ein. Sie werden mit einem zeremoniellen Empfang durch die Deputierten des Magistrats, der Innungen und Zünfte begrüßt, anschließend durch die Töchter der Magistratsherren und Kaufleute mit Blumen und einer Rede, zuerst für die Königin, dann den König. Anschließend erfolgt der gemeinsame Einzug in die Stadt, deren Häuser "mit Fahnen, Kränzen und Flaggen bedeckt" sind. (Voss)

04.06.

Nach der Wachtparade empfängt der König bei einer allgemeinen Cour die Deputierten der Königsberger Kaufmannschaft, der französischen Kolonie und der Deutschen Gesellschaft. Bei ihnen informiert er sich, wie die deutsche Sprache auch in Litauen und Preußisch-Polen stärkere Verwendung finden könne. Nach dem Souper beim König findet die Cour der Stände, der Kollegien, des Magistrats von Königsberg, Danzig, Elbing, Thorn, der Deputierten der Königsberger Universität und der Schützenmeister statt, an die sich ein Abendempfang des Obermarschalls Christian Graf von Dönhoff zu Ehren des Königspaares anschließt. Der König sei "nicht gerade sehr glänzender Laune nach all dem Spektakel" gewesen. (Voss)

05.06.

Friedrich Wilhelm III. nimmt auf dem Schlosshof in Königsberg die Huldigung der Süd- und Neu-Ostpreußischen Provinzen entgegen. Im Anschluss findet eine große Festtafel im Moskowiter-Saal, des Königsberger Schlosses statt. Noch vor der Tafel empfängt der König eine Abordnung der Bernstein-Zunft, die der Königin ein Schachspiel und Bernstein-Schmuck schenkt, am Nachmittag empfängt er eine Deputation der Königsberger Schützengilde, die den König um Bestätigung ihrer Privilegien ersucht, und der jüdischen Gemeinde. Am Abend ist Königsberg illuminiert. Der Tag endet mit einem Besuch beim Landhofmeister von Groeben und dem traditioneller Fackelzug der Studenten. - "Das herkömmliche Donativ" der ostpreußischen Stände in Höhe von 100.000 Gulden bestimmt der König zur Verbesserung der dortigen Landschulen.

06.06.

Der König nimmt die Spezial- und Artillerierevue ab. Am Ball im Moscowiter-Saal nehmen neben der Generalität, den Ministern, hohen Prälaten, Deputierten der Stände und Staatsbehörden auch Bürger-Deputierte der kleineren Städte und die sogenannten Kölmer (Besitzer kleiner ländlicher Grundstücke), mehre Damen jüdischen Glaubens sowie viele Studenten teil. Das Geld-Geschenk der Stände erhält Minister Schroetter mit dem Auftrag, es zur Verbesserung der Schulen in den preußischen Provinzen zu verwenden.

07.06.

Der König nimmt die Generalrevue in Kalthof ab. Nach der Tafel geht es nach Pillau. Den Tag beschließ eine Assemblee bei Etatsminister Oberburggraf von Ostau.

08.06.

Der König nimmt gemeinsam mit der Königin die Generalrevue ab. Nach einem Besuch bei Landhofmeister von Groeben findet am Nachmittag der Ball der ostpreußischen Landstände im Deutschen Haus auf dem Rossgarten mit ca. 2.000 Gäste statt, zu dem die Süd-, West- und Neuostpreußischen Deputierten, die hiesigen Kollegien, das Militär, angesehene Fremde und eine Vielzahl Bürger geladen wurden. der Tag endet mit einer Gondelfahrt auf dem Schlossteich, der Illumination der Stadt und einem Feuerwerk.

09.06.

Nach Audienzen, u. a. für "Herrn Kochelski aus Wielun und Herrn Rumpel aus Kempen" - ersterer überreichte dem König eine Supplik in Polnisch und Latein betr. die Lage seiner zwei Mal abgebrannten Stad- reist der König über Georgenburg nach Warschau ab. Die Königin reist erst am Folgetag und ist am Abend zum Thé dansant bei Obermarschall Graf von Dönhoff.

10.06.

Von Georgenburg wird die Reise nach Nowogrod fortgesetzt. - Die Königin reist von Königsberg über Domnau nach Gallingen und übernachtet bei Gräfin von Eulenburg.

11.06.

Der König nimmt in Nowogrod die Revue der Truppen ab. - Die Königin reist über Schippenbeil und Rössel nach Sensburg und übernachtet in Ortelsburg bei Graf von der Goltz.

12.06.

Der König nimmt in Ostrolenka die Revue der Truppen ab. Sein Quartier ist in der Salzmagazinwohnung. - Die Königin reist nach Rogalla.

13.06.

Der König nimmt in Ostrolenka die Revue der "Bosniaken und Tataren" (Klöden) ab und reist über Jablona nach Warschau. Die Königin reist über Pultusk und trifft in Jablona mit dem König zusammen. Bei der abendlichen Ankunft in Warschau haben sich die Bürger innungsweise mit Fahnen, worauf die Schutzpatrone der Zünfte abgebildet sind "von der Brücke bei Prag bis nach dem Schloss, fast eine Viertel Meile lang, in zwei Reihen aufgestellt, und als das Königspaar durch dieselben hinfuhr, ertönte ein jubelndes Vivat, während zugleich die Fahnenträger ihre Paniere grüßend schwenkten." (Cohnfeld) Quartier wird im Warschauer Schloss genommen.

14.06.

Nach der Spezialrevue finden Visiten, ein Diner für 72 Personen, eine Cour und ein Ball im Königlichen Schloss statt. Hippel schreibt: "Sogar die Polenhauptstadt Warschau huldigte aus Überzeugung. So lauteten Berichte von Augenzeugen."

15.06.

Der König nimmt die Generalrevue der Truppen ab. Der Tag endet mit einem Konzert und einem Ball.

16.06.

An die Generalrevue schließen sich Diner und Visiten an. Am Abend gibt Minister von Hoym ein Fest im ehemaligen Königlichen Palais Lazienski, hier werden Nationaltänze durch junge polnische Adlige aufgeführt. "Man spielte Theater, aber polnisch; alles, Garten und Umgegend, war wundervoll illuminiert." (Voss). In Warschau werden dem König zahlreiche Bittschriften überreicht, die sich vor allem auf die Aufhebung der Leibeigenschaft beziehen.

17.06.

Der König besichtigt Gura, "wo die Piliza in die Weichsel fällt" (Wippel). Am Abend wird die Reise nach Neiße fortgesetzt. - Die Königin reist nach Nieborowo zur Fürstin Radziwill. Der kommende Tag ist "der große Tag", an dem sie "Arkadien" sehen wird, "ich bin ganz außer mir in Vorfreude". (Rothkirch) - Arkadien oder Arkadia (westlich von Warschau) ist einer der bedeutendsten polnischen Landschaftsparks. Er entstand für die Fürstin Helene Radziwill durch den Hofarchitekten Szymon Bogumil Zug. Königin Luise gehörte zu den ersten Besuchern des vollendeten Parks, in dem es u.a. ein gotisches Cottage gab, einen klassizistischen Dianatempel und auf einer Insel ein an Rousseaus Grab erinnerndes Monument.

18.06.

Petrikau wird erreicht. Überall wird der König "festlich begrüßt, mit Erfrischungen, mit Ehrenpforten, Deputationen und Blumenspenden". (Voss) - "Es erregte bei den Polen Verwunderung, dass der König weder bei seiner Ankunft noch bei seiner Abreise eine militärische Eskorte annahm." (Klöden)

19.06.

In Tarnowitz darf die Bürgerschaft, nachdem der König die erbetene Erlaubnis gegeben hatte, ihm einen feierlichen Empfang mit Ehrenpforte und Spalier bereiten. Am Bergamtshaus begrüßen ihn die niederschlesischen Stände. Am Abend findet eine feierliche Prozession der Bergleute mit Grubenlampen statt.

20.06.

Der König besichtigt die Friedrichsgrube in Tarnowitz und trägt sich in das Stammbuch der Grube ein. Nach dem Mittag in Rogau bei Minister Haugwitz wird die Reise über Kosel nach Neiße fortgesetzt, hier haben sich die Studenten als Türken verkleidet und empfangen den König mit Janitscharenmusik. - Die Königin wird an der Grenze zwischen Schlesien und dem ehemaligen Südpreußen feierlich empfangen.

21.06.

Der König besichtigt bei einer Spezialrevue die Truppen in Neiße. - Die Königin reist bis Oels, wo sie durch den Herzog von Braunschweig-Oels vor der Stadt und mit Triumphbogen empfangen wird.

22.06.

An die Generalrevue schließt sich ein Diner mit dem Herzog von Oels und der Prinzessin von Württemberg an. Das in Neiße aufgeführte Theater beginnt mit einem Festprolog. Der König bestimmt per Kabinettsordre an den Berliner Stadtpräsidenten von Eisenberg, dass kostspielige Anstalten und Illuminationen bei seiner Ankunft in Berlin vermieden werden sollen, statt dessen soll das dafür bestimmte Geld Stiftungen übergeben werden, beispielsweise den Erwerbsschulen und dem Bürgerrettungsinstitut.

23.06.

Nach der Generalrevue reist der König weiter nach Breslau, wohin sich auch die Königin begibt. Sie sei "auf dem ganzen Weg reichlich mit Blumen beworfen und gefeiert" worden, schon "eine Meile vor der Stadt fingen bereits das Vivatrufen und Freudengeschrei, die Ehrenpforten, das Blumenwerfen und das Getümmel der Menschenmenge an", in Breslau waren "alle Vornehmen und alle Behörden zum Empfang versammelt".(Voss). Der Tag endet mit dem Fest der Kaufmannschaft im Zwinger-Saal. - Die Empfangsfeierlichkeiten in Breslau seinen "geräuschloser als an allen anderen Orten" gewesen, da auch die Königin -"alles Zujauchzen, alle Musik und Überreichen von Gedichten verbeten hatte." (Cohnfeld)

24.06.

Nach der Spezial- und Artillerierevue und der Cour besuchen die Majestäten ein Fest des Fürsten Hohenlohe-Ingelfingen. Am Abend ist Breslau illuminiert.

25.06.

Nach der Generalrevue wird ein Ball beim Grafen von Hoym im Hatzfeldschen Palais besucht. Die Stadt ist illuminiert. - In Breslau wird dem König "im Namen des dankerfüllten Schlesiens" auf Veranlassung des Ministers von Heynitz eine vom Königlichen Hofmedailleur Loos gefertigte Medaille aus Tarnowitzer Silber mit der Umschrift "25. Juni 1798. Was Kunst und Fleiß in Tarnowitz gewann, bringt Schlesien dem Königlichen Paare" überreicht als Erinnerung daran, dass Friedrich II. den Tarnowitzer Bergbau in Oberschlesien befördert habe. (Wadzeck)

26.06.

Nach der Generalrevue besucht der König den Fürstbischof. Nach einem Militär-Diner endet der Tag mit einem "Bürger-Picknick-Ball" für den König. (Voss) - Die Königin reist bereits am Nachmittag nach Crossen.

27.06.

Der König reist zur Revue nach Grünberg. - Die Königin reist bis Polkwitz.

28.06.

In Steinhöfel treffen König und Königin zusammen; gemeinsam reisen sie nach Frankfurt. Hier gibt der Bürgermeister im Zollgebäude ein Dejeuner für die Majestäten, die Generäle und Offiziere der Garnison. Zum Diner und Souper lädt Regierungspräsident von Massow.

29.06.

Die erste Reise endet in Charlottenburg. - Während der gesamten Reise hatte der König zahlreiche Kabinettsordres erlassen, insbesondere, um den Zustand der Süd- und Neuostpreußischen Provinzen zu verbessern. Im Anschluss an die Reise erging am 10. Juli eine entsprechende Kabinettsordre an die Staatsminister von Voß und von Schroetter und am 22. August eine Aufforderung zur Sammlung der besonderen Provinzialgesetze in den Provinzen der Monarchie sowie am 1. Januar 1799 ein Publikandum zur Beförderung der Niederlassung von Künstlern, Handwerkern und Professionisten in den Südpreußischen Staaten.

30.06. bis 06.07.

Der König ist in Charlottenburg. Von hier ergeht am 2. Juli das Reglement für die Huldigung in Berlin.

04.07.

Geburtstag des Prinzen Wilhelm.

06.07.

In Berlin findet die Huldigung durch die Stände und Deputierten der Kur- und Mark Brandenburg, der Stände und Deputierten der Bürgerschaft des souveränen Herzogtums Schlesien, der Herzogtümer Magdeburg, Cleve, Vor- und Hinterpommern, der Fürstentümer Ansbach, Bayreuth, Halberstadt, Minden, Ostfriesland, der Grafschaften Mark, Ravensberg, Tecklenburg und Lingen statt. - Eine feierliche Einholung in Berlin und die Illumination der Stadt hatte der König abgelehnt, stattdessen soll die Bürgerschaft ihre "guten Gesinnungen" durch Sammlung zu einem "beliebigen gemeinnützigen Zweck" unter Beweis stellen, wobei das "Namensverzeichnis der Kontribuenten nebst dem Beitrage und der Bestimmung ihres Beitrages" in den öffentlichen Blättern bekannt gemacht werden soll. (Cohnfeld)

07.07.

Im Berliner Schloss findet im Weißen Saal ein Ball anlässlich der Huldigung statt. - Die Feierlichkeiten werden ausführlich in Band 13 des Journals des Luxus und der Moden beschrieben.

08.07.

Mit einem Konzert im Opernhaus - dem Tedeum von Himmel - enden die Huldigungsfeierlichkeiten in Berlin.

09.07. bis Anfang November

Der König ist in Charlottenburg.

13.07.

Prinzessin Charlotte wird geboren (†1.11.1860).

03.08.

Am Geburtstag des Königs findet die Taufe der Prinzessin Charlotte statt.

September

Ab September beauftragt der König das Generaldirektorium, einen Plan über die in jeder Provinz notwendigen Kolonisationsmaßnahmen aufzustellen, die erste Verfügung betrifft Westpreußen. Für Schlesien verbindet der König die Kolonisation mit der Förderung des Gewerbes, insbesondere des Kohlenbergbaus. Mit 146.300 Tlr., die der König ab 1801 bewilligt, werden 333 neue Kolonisten-Etablissements eingerichtet, das bedeutet 503 neuangesetzte Familien mit 2.662 Menschen. (Stadelmann)

08.09.

Spätestens am 8. September begibt sich der König nach Potsdam um hier den Herbst zu verbringen. Gelegentlich kehrt er nach Charlottenburg für Regierungsangelegenheiten zurück.

21.09. bis 24.09.

Der König nimmt die Herbstmanöver in Potsdam ab. Sie sind "ungemein glänzend und zahlreich besucht" und der König bewirtet sämtliche Offiziere. Erstmals werden an jedem Abend im Theater des Neuen Palais ein deutsches Schauspiel und ein Ballett gegeben, zu dem die Mitglieder des Nationaltheaters und die Königlichen Tänzer von Berlin geholt werden. "Ballette waren bis dahin nur in der Karnevalszeit als Zugabe zur Oper gegeben worden." (Klöden) Das Jahrbuch der preußischen Monarchie berichtet darüber.

27.09.

Im Neuen Palais findet ein Ball statt.

19.10.

Die Majestäten kommen von Potsdam nach Berlin, um hier die Kunstausstellung in der Akademie der Künste zu besuchen.

26.10.

Da das bei der Huldigungsfeierlichkeit verwendete Tuch der Thronbekleidung nicht wie 1786 für die dortigen Armen Verwendung finden kann, ordnet der König per Kabinettsordre ein Geldgeschenk in Höhe von 200 Talern an.

07.11.

Königin Luise schreibt ihrem Vater: "Unser Aufenthalt hier wird nun wohl nicht mehr lange sein, und ich glaube, dass wir in kurzem wieder in [der] stolzen Königstadt sein werden." (Rothkirch)

16.11.

Spätestens an 16. November ist der Hof wieder in Berlin um hier den Winter zu verbringen.

 

 

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