Dr. Gaby Huch | Roedernstraße 49 b | 12623 Berlin | 0172 2736985 | gaby@huch.berlin
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1799

01.01. bis 22.03.

Der Hof ist in Berlin.

13.01.

In Berlin beginnt der Karneval.

29.01.

Der König und die Königin besuchen die Redoute (Maskenball) in der Berliner Oper.

31.01.

Die Königin-Mutter gibt einen Ball.

02.02.

Cour bei der Königin im Marmorsaal des Schlosses.

05.02.

Minister von Arnim gibt eine große Gesellschaft.

07.02.

Der König bestimmt, dass die 4.000 Taler "für eine mit Büffets besetzte Freiredoute ..., mit welcher er den Karneval zu schließen gedachte", den Berliner Armen zugutekommen. (Klöden) Er schreibt in seiner Kabinettsordre: "und hoffe Ich hierdurch dem größeren Teil des Publikums gefälliger zu sein, als durch Anstellung eines Festes, dessen Genuss nur einige Augenblicke gedauert haben, und welches in der Tat nur wenigen hätte zugutekommen können."

08.02.

In Berlin wird die Oper "Armide" aufgeführt.

09.02.

Am Hof ist ein großes Fest anlässlich der Proben für den Karneval. Frau von Voss kritisiert die Veranstaltungen: "Man denkt an nichts als an die Redoute, während die Könige von Sardinien und Neapel auf der Flucht sind und Ehrenbreitstein genommen wird. Gott weiß, wie das alles gehen wird; gebe der Himmel, dass die Reihe nicht an uns kommt."

10.02.

Cour am Hof.

13.02.

Faschingsdienstag. Der Karneval ist allerdings auf den nächsten Tag verlegt. - "Man meint, dass es in diesen unglücklichen Zeiten und der Niederlage ganz Europas überhaupt nicht stattfinden sollte. Der Kurfürst von Sachsen hat die Karnevalsvergnügungen in diesem Jahr ganz und gar abgesagt." (Lehndorff)

14.02.

"Zu Fastnacht 1799 veranstaltete man das erste jener glänzenden Kostümfeste, wie sie fortan fast alljährlich zum Abschluss des Karnevals gefeiert wurden." (Bailleu)

23.02.

Im Kronprinzenpalais findet ein großer Ball zu Ehren der Prinzessin Heinrich statt. Lehndorff notiert in seinem Tagebuch: "Das Fest ist sehr schön und heiter. Alle Welt kann mit der freundlichen Art des Empfanges von Seiten des Königs und der Königin zufrieden sein. Es gibt sicher keinen anderen Hof, an dem die gleiche Ungezwungenheit herrscht wie an dem unsrigen. Ich bin sicher, dass der Herr von Grenville, der englische Botschafter, darüber ebenso denkt wie ich."

01.03.

In Berlin beschäftigt man sich mit dem Steueredikt: "Es betrifft die Abgabenfreiheit des Adels, der Prinzen und aller vornehmen Personen, Sie soll aufgehoben werden. Außerdem ist jeder verpflichtet, Akzise und andere Steuern zu entrichten. Der König nimmt sich selbst nicht davon aus." (Lehndorff)

03.03.

Der König soupiert mit dem Prinzen von England und den Prinzen von Hessen-Darmstadt, von Nassau-Weilburg und von Oranien und Gemahlin.

07.03.

Minister von Alvensleben gibt einen Ball. - Die Königin schreibt an ihren Bruder Georg über die bevorstehende Reise.

10.03.

Bei der Königin-Mutter wird zu Ehren des Geburtstages der Königin ein Essen. Am Abend findet ein großer Ball statt: "Ich gehe um halb sieben an den Hof der Königin. Die Menschenmenge ist übermäßig groß. Man sieht viel elegante Kleidung, die Musik ist schön, die Beleuchtung wie die Sonne. ... Während man in Berlin tanzt und feiert, klagt man im restlichen Europa. Der Krieg zwischen Österreich und Frankreich hat wieder begonnen." (Lehndorff)

15.03.

Die Prinzessin Ferdinand gibt für das Königspaar ein großes Fest. "Der große Saal ist wie das Dorf Rogetz [Paretz] gestaltet … Viele der jungen Damen sind als Bäuerinnen gekleidet. Der Prinz von England und viele Herren empfangen als Bauern kostümiert die Majestäten." (Lehndorff)

18.03.

In Berlin findet die öffentliche Prüfung der Eleven des Kadettencorps statt. Am abendlichen Ball nimmt auch der König teil.

22.03. bis

Karfreitag. - Das Königspaar und der Hof begeben sich nach Potsdam. Nur zu bestimmten Anlässen kommt man nach Berlin zurück.

23.03.

"Die schöne Königin hat in der Nikolaikirche heute Morgen um 8 Uhr mit ihrem ganzen Hofstaat das Abendmahl empfangen. Ich bin sicher, dass dies in der Öffentlichkeit einen guten Eindruck machen wird." (Lehndorff)

26.03.

Graf von Tempelhof gibt einen Ball für die Höfe.

29.03.

General Kunheim gibt einen Ball für den König und den gesamten Hof.

01.04.

Die Königin schreibt ihrem Bruder: "Potsdam est d'un triste terrible, tout est si froid, tout est si tranquille." (Griewank)

02.04.

Die Königin kommt aus Potsdam zum Ball des Grafen von Arnim. Sie sei "bis drei Uhr morgens geblieben. Diese reizende Prinzessin tanzt zu viel", schreibt Lehndorff in seinem Tagebuch.

14.04.

In Berlin wird bekannt, dass der König die gesamte Friedrichstraße neu pflastern will, "was 10.000 Taler kosten wird. Außerdem soll eine Chaussee bis Friedrichsfelde für 30.000 Taler gebaut werden, und für 14.000 Taler will er einen Eisenzaun um die Promenade unter den Linden errichten lassen, auf dem Laternen mit Blendblechen angebracht werden sollen." (Lehndorff)

10.05. bis 12.05.

Der König kommt zu den Truppenrevuen der Infanterie nach Charlottenburg. Die Königin bleibt in Potsdam.

16.05. bis 18.05.

Truppenrevuen in Potsdam. Anwesend sind auch die Herzöge von Braunschweig und von Weimar, Prinz August von England, Prinz August Ferdinand, Prinz Wilhelm von Braunschweig.

20.05. bis 22.05.

Truppenrevuen in Berlin.

21.05.

Der Etat der Königlichen Hofstaats-Kasse pro Trinitatis 1799/1800 beträgt für den Hofstaat des Königs und der Königin: 217.180 Tlr., 14 Gr. 5 Pf. - Der König verfasst ein Publikandum wegen der immediaten Beschwerdeführung.

25.05. bis 07.07.

Beginn der Reise nach Magdeburg, Westphalen und Franken. Neben der Abhaltung der Truppenrevuen dient die Reise der Inspektion der Provinzen und dem Besuch befreundeter Fürstenhöfe.

26.05. bis 27.05.

Truppenrevuen in Magdeburg. Während des dortigen Aufenthaltes beschränkten sich die Festlichkeiten auf einen Ball und das Schauspiel "Der Sturm von Magdeburg". Der im Nationaltheater gesprochene Prolog wird in Band 2 des Jahrbuchs der preußischen Monarchie veröffentlicht.

28.05.

Nach Braunschweig. Am dortigen Hof wird der König durch die verwitwete Herzogin, die Schwester Friedrichs II., empfangen. Der Geheime Kämmerer führt während der gesamten Reise einen Nachweis "über die gemachten Haus- und Gnadengeschenke".

29.05.

Die Reise wird über Hannover nach Petershagen (bei Minden) fortgesetzt. In Hannover wird der König durch den Prinzen Adolph von Nassau empfangen. - Die Königin reist weiter über Minden, Pyrmont, Kassel nach Hildburghausen zu einem Treffen mit den Schwestern (regierende Herzogin von Hildburghausen, Prinzessin von Solms-Braunfels, Erbprinzessin von Thurn und Taxis), und kehrt bei Ankunft des Königs in Kassel dorthin zurück. Zeitgleich ist auch Jean Paul in Hildburghausen, der der Königin vorgestellt wird.

30.05. bis 02.06.

Truppenrevuen in Petershagen. - Am 2. Juni kommt es in Petershagen zum Zusammentreffen zwischen dem Herzog von Braunschweig und Haugwitz.

03.06.

Fortsetzung der Reise über Minden, Bielefeld, Lippstadt nach Hamm. Hier finden Beratungen wegen der preußischen Beteiligung am zweiten Koalitionskrieg, allerding ohne Entscheidung statt.

04.06. bis 06.06.

Truppenrevuen in Wesel. Am 6. Juni gibt der Landgrafen von Hessen-Kassel einen Ball.

07.06.

Fortsetzung der Reise nach Lippstadt.

08.06. bis 12.06.

Fortsetzung der Reise nach Kassel, wo die Königin in Begleitung ihrer Geschwister, des Erbprinzen von Mecklenburg-Strelitz und der Erbprinzessin von Thurn und Taxis aus Hildburghausen über Eisenach bereits angekommen war. - In Kassel sind auch anwesend die Herzöge von Weimar und Meiningen und der Landgraf von Hessen-Rothenburg. "Göttinger Studenten haben geschildert, wie die ganze Universität damals in Hitze und Staub nach Kassel wanderte … Alle Kollegien wurden geschlossen, 'denn nur Kranke oder griesgrämige Antiken' waren zurückgeblieben. 'Die Landstraße waren von Kutschen, Reitern, Menschen und Karren so bedeckt, dass man hier einer Völkerwanderung oder Emigration beizuwohnen schien.'" (Lehndorff)

13.06.

Nach Hildburghausen.

14.06.

Über Kulmbach nach Bayreuth.

15.06.

In Bayreuth besuchen die Majestäten das Lustschloss Eremitage. Dann geht es, geführt von Minister von Hardenberg, über den sogenannten "Brandenburger", um das Zuchthaus und die in Marmor-Fabrik zu besichtigen, und weiter in Richtung Dorf Beidlach. Den Tag beendet ein Maskenball.

16.06.-19.06.

Über Erlangen zu den Truppenbesichtigungen nach Fürth, wo sich mehrere süddeutsche Fürsten eingefunden hatten: Landgraf und Landgräfin von Hessen-Darmstadt, Fürst von Hohenlohe-Langenburg, Prinzessin von Solms, Markgräfin-Witwe von Bayreuth. -  Nach den Revuen nimmt der König "Produkte des Kunstfleißes in Augenschein, welche die Fürther Künstler ihm vorlegten", anschließend besucht er die Schwabacher Nähnadel- und Kattunfabriken. (Cohnfeld) - Über die Reise durch das Fürstentum Minden berichtet ausführlich das Journal des Luxus und der Mode.

19.06. bis 21.06.

Nach der Truppenbesichtigung geht es am Nachmittag weiter nach Ansbach, hier haben sich "der Kurfürst von Pfalzbaiern aus München und viele andere Fürsten eingefunden". (Klöden) - Unter dem Schloss-Portal sind die Räte der dortigen Landeskollegien, an ihrer Spitze Freiherr von Hardenberg, versammelt." (Hardenberg hatte vom König das Gut Neuenmuhr für seine Verdienste um Franken (1797) erhalten.) „Auch die Judenschaft übergab ein Gedicht, sauber auf Pergament geschrieben, in einem silbernen und vergoldeten Rahmen gefasst, und mehrere einheimische und auswärtige Künstler überreichten verschiedene Kunstwerke." (Cohnfeld) - Am zweiten Tag Cour in Ansbach. Anschließend wird der Hofgarten mit der Orangerie besichtigt. Der Tag endet mit einem Ball im Schloss. - Am dritten Tag geht es nach Triesdorf zur Besichtigung der landwirtschaftlichen Anlagen (Rinderzucht) und nach Mainbergheim.

22.06. bis 29.06.

Über Uffenheim nach Aschaffenburg, am Abend über Hanau nach Wilhelmsbad. In Aschaffenburg kommt es zum Zusammentreffen mit dem Kurfürsten von Mainz. In Wilhelmsbad werden die Majestäten durch den Landgrafen von Hessen-Kassel empfangen, ebenfalls anwesend sind der Markgraf und Erbprinz von Baden, Landgraf von Hessen-Darmstadt mit Familie, Landgraf von Hessen-Homburg, Fürsten von Neuwied, von Ysenburg, Solms-Braunfels u. a. - Von Wilhelmsbad aus werden zahlreiche Ausflüge unternommen: Darmstadt, Rumpenheim, Frankfurt am Main. Hier geben die Kaufleute im Roten Haus einen Ball.

30.06.

Nach Eisenach.

01.07. bis 02.07.

Nach Weimar. Am zweiten Tage Besuch beim Herzog von Weimar und einer Aufführung von "Wallensteins Tod". Der König lässt sich Goethe, Schiller und Wieland vorstellen.

03.07.

Über Merseburg nach Halle. In Halle werden die Frankeschen Stiftungen, die Cansteinsche Bibelanstalt, das Siedehaus der Salzwirker, der Botanische Garten und das Observatorium besucht. Der Abend endet mit einem Ball. - Am 11. Juli übersendet der König dem Waisenhaus in Halle 100 Stück Friedrichsd'or, mit Kabinettsordre vom 27. Juli erhält die Anstalt eine jährliche Unterstützung von 4.000 Talern.

04.07. bis 05.07.

Nach dem Besuch des Bergschlosses und eines Fischerstechens in Giebichenstein wird die Reise nach Dessau fortgesetzt. Hier wird die fürstliche Familie besucht. Am zweiten Tag Besuch des Luisiums und des Georgenhauses.

06.07.

Nach Wörlitz zum Besuch der herzoglichen Familie.  Lehndorff schreibt in seinem Tagebuch: "Der König wird am Sonntag in Potsdam ankommen und am Dienstag in Charlottenburg. Graf Haugwitz ist direkt von Hanau hier eingetroffen, und Graf Schulenburg-Kehnert ist im Moment mit unserm König in Wörlitz. Ich will weder von der Fahrt, noch von den Huldigungen sprechen, die unser Herrscherpaar auf dieser Reise empfangen, hat, da die Zeitungen voll davon sind. Beide werden von ihren glücklichen Untertanen zärtlich geliebt."

07.07.

Rückkehr über Potsdam nach Charlottenburg. "Unser junger Hof lebt sehr ruhig in Charlottenburg", schreibt Lehndorff. Der Hof bleibt bis 9. September in Charlottenburg.

23.07.

Der König gibt ein Diner "mit dem üblichen Gefolge",  "dem Grafen Haugwitz, der Generalin Puttkamer und ihrem dicken Gatten, der ein starker Esser ist. Der König hat daher angeordnet, ihm bei jedem Gang die doppelte Portion zu servieren Dieser Vielfraß merkt das erst am Ende der Mahlzeit. Das Essen beim König ist hervorragend, ohne raffiniert zu sein. Alles ist gut, Früchte und Wein köstlich … Nach dem Kaffee zeigen uns der König und die Königin wie liebenswürdige Privatleute ihre Wohnräume." (Lehndorff)

03.08.

Aus Anlass des Geburtstags des Königs findet in der Galerie des Berliner Schlosses ein Essen für 56 Personen statt.

01.09.

Am Hof werden 70 Waisenkinder beköstigt.

05.09.

Die von Berlin nach Charlottenburg führende Chaussee ist fertig und somit nach der nach Potsdam führenden (1792) die zweite Chaussee Berlins. - "Die Königin war mit dem König bei der Parade in Potsdam, dann zum Mittagessen in Paretz, zum Tee im Neuen Garten, und am Abend sind sie zum Schlafen nach Charlottenburg zurückgekehrt. So ein Programm ist nur dank der neuen Chaussee zu bewältigen." (Lehndorff)

10.09. bis 13.09.

Die königliche Familie ist in dem seit 1796 als Landsitz eingerichteten Paretz.

14.09. bis 19.09.

Rückkehr nach Charlottenburg, wo vom 17. bis 19.09 die Herbstrevue stattfindet.

20.09. bis

Der Hof geht zurück nach Potsdam Hier finden vom 20. bis 22. September die Herbstmanöver statt. Am Abend werden im Neuen Palais Theaterstücke aufgeführt.

06.10.

In Berlin wird das Armen-Hospitals (am Ende der Wallstraße an der Waisenbrücke) eingeweiht.

14.10.

Geburt der Prinzessin Friederike († 30.3.1800)

08.11.

Taufe der Prinzessin Friederike

05.12.

Spätestens am 5. Dezember ist der Hof zurück in Berlin, um hier den Winter zu verbringen.

 

 

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© Gaby Huch