Dr. Gaby Huch | Roedernstraße 49 b | 12623 Berlin | 0172 2736985 | gaby@huch.berlin
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1800

01.01.

Der Hof ist in Berlin.

05.01.

Über den Jahresanfang in Berlin hatte Louise ihrem Bruder am 14. Dezember 1799 geschrieben: "Im Monat Januar kommen gerade die Geburtstage der Königin und des Königs von England vor, die mit großen Diners und entsetzlichem Saufen begleitet sind, wodurch dann noch andere horreurs entstehen." (Rothkirch)

10.03.

Geburtstag der Königin.

28.03.

Konfirmation des Prinzen Wilhelm (Bruder des Königs).

30.03.

"Wie gewöhnlich" gehen König und Königin und der ganze Hof nach Potsdam. (Klöden)

01.04.

Tod der Prinzessin Friederike.

09.04.

In Potsdam bestätigt Friedrich Wilhelm III.  Alexander von Humboldt als außerordentliches Mitglied der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften.

18. bis 20.05.

Truppenrevuen in Potsdam. - Die Königin Luise lebt, wie sie ihrem Bruder schreibt, in diesen Tagen wie ein "Soldatenweib … ich esse Punkt zwölf, ich trinke Tee nach fünf … und esse zu Nacht Punkt acht. Ich gehe zu Bett mit den Hühnern, Küken und Kikerikis und stehe mit höchstdenenselben wieder auf." (Rothkirch)

22. bis 24.05.

Truppenrevuen in Berlin.

25.05. bis 09.06.

In Begleitung seines Bruders, des Prinzen Heinrich, besucht Friedrich Wilhelm III. Pommern und Posen.

26. bis 28.05.

Truppenbesichtigung in Stargard. - Die Königin, die ihn diesmal nicht begleitet, schreibt: "Jetzt besichtigst Du die pommerschen Regimenter und bist sicher zufrieden mit ihnen." (Rothkirch) - Der König antwortet ihr: "Meine Reise bis Stargard ist wie alle Reisen dieser Art verlaufen. … Mein Quartier ist diesmal diesseits der Stadt. Die Regimenter sind prächtig, die Infanterie ist besser als jemals, und die Grenadiere übertreffen alle, die wir kennen. Die Evolutionen wurden gut ausgeführt, mit Ausnahme des Einreihens in die Linie. Die Kavallerie hat unendlich gewonnen seit zwei Jahren und hat sehr gut manövriert. Ebenso ist das vakante Regiment Württemberg besser in Ordnung als gewöhnlich." (Griewank)

29.05.

Nach der Truppenbesichtigung in Stargard wird die Reise bis Hammerstein fortgesetzt.

30.05.

Nach Mockerau. Hier finden vom 30. Mai bis 2. Juni Truppenbesichtigungen statt.

03.06.

Nach der Truppenbesichtigung in Mockerau wird die Reise nach Thorn und am 4. Juni nach Posen fortgesetzt. Hier finden vom 4.  bis 7. Juni die Truppenbesichtigungen statt.

08.06.

Nach den Truppenbesichtigungen beginnt die Rückreise. Über Meseritz, Drossen und Frankfurt trifft der König am 9. Juni in Charlottenburg ein, wo sich auch die Königin aufhält.

19.06.

Von Charlottenburg aus ergeht eine "Königliche Ermunterung des inländischen Kunstfleißes". Das Edikt wird in der Berlinische Monatsschrift abgedruckt.

25.07.

Johann Friedrich Gottlieb Delbrück wird Hauslehrer und Erzieher des Prinzen Wilhelm.

01.08. bis 07.08.

König und Königin halten sich auf der Pfaueninsel auf. Hier wird auch der Geburtstag des Königs begangen. Das aus diesem Anlass übliche Feuerwerk des Artillerie-Korps wird in den Herbst verschoben.

08.08.

Rückkehr der königlichen Familien nach Charlottenburg.

14.08.

In Begleitung seines Bruders, des Prinzen Heinrich, und der Königin besucht Friedrich Wilhelm III. Schlesien. Am Abend wird Steinhöfel erreicht.

15.08.

Crossen wird erreicht und das Nachtquartier beim Oberhofmarschall von Massow bezogen.

16.08.

Bis Bober reisen König und Königin gemeinsam, dann setzt der König die Reise mit Truppenbesichtigungen in Grüneberg, Beuthen, Glogau, Lüben, Liegnitz, Goldberg und Hirschberg fort. - Die Königin reist über Naumburg am Bober, Sagan, Bunzlau, Löwenberg und Hirschberg nach Warmbrunn, wo sie am 17. August ankommt, und "von dem Grafen Schaffgotsch, in dessen Schloss sie Wohnung nahm, und von den Gemeinden, Schützengilden, Bergknappen und Forstleuten feierlich empfangen" wird und einen Ball im neuen Brunnen-Sal besucht.  (Klöden)

18.08.

Der König und Prinz Heinrich treffen ebenfalls in Warmbrunn ein. Von hier aus geht es in "großer Begleitung" nach Hermsdorf, wo der Kynast bestiegen und das Vitriolwerk bei Schreiberhau besichtigt wird. Der König reist weiter nach Buchwald, die Königin folgt, nachdem sie die Bäder besichtigt hat.

19.08.

Fortsetzung der Reise über Landshut und Waldenburg nach Fürstenstein, wo sie durch den Grafen von Schafgottsch begrüßt werden. Der Besuch der Schneekoppe wird "von einer unzählbaren Menge Volks" begleitet. "Böhmische Bergleute waren mit ihren Fahnen herbeigezogen und gaben mit Kanonen eine dreimalige Salve." (Klöden)

20.08.

Fortsetzung der Reise über Schweidnitz, Reichenbach und Frankenstein nach Glatz. In Waldenburg werden König und Königin durch die Bergleute begrüßt und befahren einen schiffbaren Stollen im dortigen Bergwerk. Graf Hochberg veranstaltet auf einer in der Nähe gelegenen neugotischen Burg ein mittelalterliches Turnier, an dem die "höchsten Personen des schlesischen Adels" mitwirken, und an dessen Ende die Königin die "Ritterdanke" verteilt. (Rothkirch)

21.08. bis 23.08.

Der König setzt die Truppenbesichtigungen mit den Revuen in Neiße fort. - Die Königin besuchte von Fürstenstein aus die Adersbacher Felsengruppe, besichtigt in Glatz die Festungswerke und reist über Ullersdorf (Stallungen des Grafen Magnis) nach Landeck, um hier das neue Bad zu besichtigen und den  Grundstein für ein neues Gesellschaftshaus zu legen.

24.08.

Nach den Truppenbesichtigungen wird die Reise gemeinsam über Rogau, Ohlau nach Breslau fortgesetzt, wo beide am 25. August eintreffen.

25.08. bis 27.08.

Truppenbesichtigungen in Breslau.

28.08.

Nach der Truppenbesichtigung geht es nach Dyherrnfurth zu einem Fest (Maskenball) des Fürsten von Hohenlohe in dessen illuminiertem Garten zu Scheitnitz. Hieran darf auch Publikum teilnehmen.

29.08. bis 01.09.

Truppenbesichtigungen in Lissa. Das dortige Quartier stellt Minister von Hoym. - Mit der Truppenbesichtigung in Grünberg am 1. September endet die Schlesienreise. Am 2. September trifft die königliche Familie in Charlottenburg ein.

04.09.

Von Charlottenburg geht es am 4. September nach Potsdam und von dort am 5. September nach Paretz. Von hier aus geht die Königin am 8. September nach Potsdam, um ihre Schwester Therese, die Fürstin von Thurn und Taxis zu erwarten.

16.09.

Rückkehr nach Potsdam. Hier beginnen am 21. September die mehrtägigen Herbstmanöver, zu denen der Herzog von Sachsen-Weimar und Prinz Karl von Mecklenburg-Strelitz anwesend sind. "Um 9 prachtvoller Zug des ganzen Hofs, um den ankommenden Regimentern entgegenzufahren. Genuss für die Eitelkeit. … Überall die Straßen voll Menschen ..." Der König hatte befohlen, "dass die Kinder sämtlich im Lager sein sollten … Die beiden kleinen Prinzen schlugen bei der Wachtparade der Gardes du Corps die Pauken, zum Amüsement der umstehenden Menge, welche ihre Freude über die Anwesenheit des Königs sehr deutlich zu erkennen gab. Wir mussten dem König nach Sanssouci folgen." (Delbrück) - Am 23. September stürzt der König beim Manöver, das daraufhin abgebrochen wird.

25.09.

"Um 11 Uhr besuchte ich mit dem Prinzen den Wolter. Dieser machte mir einen nicht unwichtigen, an sich aber langweiligen Berichte von dem Unfalle des Königs, und sagte mir unter anderem, der König habe sich bei dieser Gelegenheit zum ersten Male davon überzeugt, dass er von seinen Untertanen geliebt werde", schreibt Delbrück in seinem Tagebuch. Am selben Tag findet ein Ball im Neuen Palais statt.

06.10.

Kirchenparade. Anschließend besucht der König mit dem Hofstaat die Erntepredigt in der Potsdamer Garnisonkirche.

16.10.

Der Geburtstag des Kronprinzen wird zum ersten Mal mit einer öffentlichen Feier in der Potsdamer Garnisonschule in dessen und der Anwesenheit des Königs begangen.

02.11.

Per Kabinettsordre wird die Errichtung eines Denkmals für Friedrich II. verfügt.

03.11.

In Berlin trifft Louis Bonaparte (der Bruder Napoleons) in der Nacht vom 2. zum 3.11. im Auftrag des ersten Konsuls ein.

07.11.

Mit einer Parade in Potsdam und einer Staatsvisite wird der französische Gast geehrt.

20.11.

Im Berliner Lustgarten wird die Bildsäule des Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau in Anwesenheit des Königs und des regierenden Fürsten von Dessau, Enkel des Geehrten, eingeweiht. Den Tag beendet ein Ball.

01.12.

Ball des Regiments Garde in Potsdam zu Ehren der Königin.

03.12.

Ankunft des Fürsten Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau in Potsdam.

05.12.

Ball zu dessen Ehren.

20.12.

Delbrück kehrt mit dem Kronprinzen nach Berlin zurück und bezieht das Palais Prinz Louis (das heutige Prinzessinnenpalais).

21.12.

Rückkehr des Hofes nach Berlin. - "Der gewöhnliche Spätaufenthalt in Potsdam" habe in diesem Jahr "besonders lange" gedauert, notiert Delbrück in seinem Tagebuch; künftig herrschte "beim Tee ein ziemlich heiterer, aber nicht der häusliche und vertrauliche Ton wie zu Potsdam." In Berlin wird wieder das Kronprinzenpalais bezogen, um Heizkosten zu sparen. (Thile)

23.12.

Prinz Ferdinand von Preußen und Fürst Anton Heinrich Radziwill treffen in Berlin ein.

25.12.

An einer Weihnachtsbescherung im Friedrich-Waisenhaus nehmen alle Prinzen und Prinzessinnen teil.

31.12.

Mit einem Dejeuner bei Prinzen Heinrich anlässlich dessen Geburtstag endet das Jahr in Berlin.

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