Dr. Gaby Huch | Roedernstraße 49 b | 12623 Berlin | 0172 2736985 | gaby@huch.berlin
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1802

01.01.

In Berlin wird in Anwesenheit des Königspaares das  neue Schauspielhaus mit der Aufführung "Die Kreuzfahrer" von Kotzebue und einer Rede Ifflands eingeweiht.

02.01.

Der Hof ist in Berlin.

13.01.

Friedrich Wilhelm III. unterbreitet Zar Alexander Vorschläge für eine Zusammenkunft.

05.03.

Er schlägt Alexander Memel als Ort für ein Treffen vor.

10.03.

In Berlin wird der Geburtstag der Königin begangen.

29.03.

Der Hof geht nach Potsdam.

01.04.

Die Königin schreibt an Frau von Voss: "demain, si Dieu veut, à 3 heures au cher Berlin, à ma bonne ville de Berlin" (Rothkirch).

02.04.

Die Königin besucht eine Komödie bei den Radziwills. Anschließend kehrt sie nach Potsdam zurück.

05.04.

In der köllnischen Vorstadt, die künftig den Namen Luisenstadt führen darf, findet ein Fest der Bürgerschaft statt. Die Königin, die der Vorstadt am  26. März eine Fahne geschenkt hatte, schreibt: "Wäre ich nun in Berlin gewesen, so hätte ich dabei figurieren müssen, wäre ich eigens hingefahren, so hätte es ausgesehen, als suchte ich mit Begierde diese Ehrenbezeugungen." (Rothkirch)

09.04.

König und Königin besuchen in Berlin eine Komödie bei der Königin-Witwe Friederike von Preußen in Monbijou.

15.05.

In Potsdam wird anlässlich der bevorstehenden Revue viel Besuch erwartet. Die Königin schreibt: "Morgen kommen 8 Fürstlichkeiten auf einmal an. 3 Württemberger, 2 Coburger, 1 Leiningen und mein Bruder, ohne den H. von Brunsvik [Herzog von Braunschweig] zu vergessen." (Rothkirch)

16.05.

Beginn der Frühjahrsrevue in Potsdam (bis 18. Mai).

18.05.

Der Hof geht nach Charlottenburg. Hier finden ab 23. Mai die Frühjahrsrevuen im Tiergarten statt, zu denen sich mehr als 36.000 Mann Truppen bei Berlin versammelt haben. Aus diesem Anlass werden große Tafeln gegeben für mehr als 200 Gäste gegeben. Die Feierlichkeiten enden mit einem Ball im Berliner Schloss.

25.05.

Beginn der Reise zu den Truppenbesichtigungen in Pommern, Preußen und Posen. Stationen sind Stargard (Pommern), Graudenz und Mockerau (Regierungsbezirk Marienwerder), Königsberg wird am 1. Juni erreicht. Am 7. Juni treffen beide in Memel ein, wo am 10. Juni auch Zar Alexander I. - aus St. Petersburg kommend - eintrifft. Die Brüder des Königs, die Prinzen Wilhelm und Heinrich, nehmen an der Reise teil.

26.05. bis 28.05.

Truppenbesichtigungen in Stargard.

29.05.

Generalrevue in Hammerstein. Die Königin übernachtet in Bialystock.

30.05.

Fortsetzung der Reise über Graudenz in das Truppenlager bei Mockerau. Als Unterkunft dient das "hölzerne Haus, welches Friedrich der Große für sich als Absteigequartier für die Revuezeit hatte erbauen lassen". (Cohnfeld)

31.05. bis 03.06.

Truppenbesichtigungen in Mockerau. Nach dem letzten Manöver geht es weiter nach Schlobitten.

04.06.

Fortsetzung der Reise nach Kalthof (bei Königsberg). Die Königin bleibt mit der Gräfin Voss in Königsberg. Am 5. Juni schreibt der König an Alexander wegen der bevorstehenden Zusammenkunft in Memel.

07.06.

Es geht über die Kurische Nehrung nach Memel zu dortigen Generalrevue. 1800 waren 62.206 Tlr. eingesetzt worden, um die Dörfer Sarkau, Kunzen und Rositten im Gebiet der Kurischen Nehrung vor dem Versanden zu bewahren. Cohnfeld schreibt: "Das Haff überfuhren beide in einem prachtvoll eingerichteten Boot unter dem Donner der Kanonen; ansprechender aber noch war der Willkomm litauischer Mädchen, die, in ihre bunte Nationaltracht gekleidet und ein fröhliches Lied singend, dem Königlichen Paare in einem Boot entgegenschwammen und der Königin mannigfache Proben gestrickter Sachen, worin die Litauerinnen eine eigentümliche Fertigkeit besitzen, als Geschenk überreichten. Der Königin machte dies viel Vergnügen und sie äußerte den Wunsch, dass die Litauische Nationaltracht nicht in Verfall geraten möchte. Durch diese Teilnahmsbezeugung angeregt, erschienen die Litauischen Mädchen am folgenden Tage zu Pferde vor der Königin, nach Landessitte wie Männer reitend, wobei ihnen ein weißer wollener Mantel mit breiter Borte von der linken Schulter herabhing." In Memel wird das Königspaar durch den Oberbürgermeister begrüßt, dessen Ehefrau, Luise Tarrach, überreicht der Königin ein Gedicht. Als Quartier dient das Haus des dänischen Konsuls Lorck.

08.06. bis 15.06.

Truppenbesichtigungen in Memel. Am 10. Juni trifft der russische Zar Alexander I. ein. "Der König ritt dem Kaiser um zehn Uhr früh bis eine Viertelmeile vor der Stadt entgegen. Sobald der Kaiser ihn kommen sah, verließ er sofort den Wagen und stieg zu Pferde, um den König so zu begrüßen. Von der Grenze an war er von Detachements Husaren und Dragonern eskortiert worden und vom Stadttore an, vor dem eine Ehrenpforte errichtet war, bildeten die Infanterieregimenter Spalier. Die Kaufmannschaft empfing den Kaiser ebenfalls am Tore zu Pferde. In allen Straßen waren Musikchöre aufgestellt. Freudenschüsse, Vivats und Hochrufe erfüllten die Luft." (Voss) - In den folgenden Vier-Augen-Gesprächen ging es um die preußisch-russischen Beziehungen, "die schon Friedrich der Große zur Sicherheit seines Staates für unentbehrlich gehalten hatte ...  die Begierde des Zaren, sein Reich in ähnlicher Weise, wie es seinen großen Vorfahren auf dem Thron gelungen war, gen Westen zu erweitern, richtete sich fast in demselben Augenblick, in dem er mit Friedrich Wilhelm innige Worte wechselte, auf eben dessen polnische Provinzen." (Stillfried)  - In den folgenden Tagen finde ein ball der Bürgerschaft statt, die Stadt ist illuminiert, auch der König gibt einen Ball, an dem  die "vornehmen kurländischen und polnischen Damen" teilnehmen. (Voss)

14.06.

Nach einem Ausritt zum Leuchtturm treffen  Prinz und Prinzessin von Württemberg ein.

15.06.

Nach dem Manöver reist Alexander ab; die Majestäten reisen weiter nach Tilsit, wo sie festlich empfangen werden. Auch hier finden in den nächsten Tagen Revuen und Manöver statt.

16.06.

Nach Trakehnen.

17.06.

Über Tilsit nach Rastenburg.

18.06.

Nach Jerutken zu den Truppenbesichtigungen (bis 21. Juni).

21.06.

Nach Przasznitz.

22.06.

Nach Warschau zu den Truppenbesichtigungen (26. Juni).

27.06.

Nach Kalisch und von dort am 28. Juni weiter nach Posen zu Truppenbesichtigungen (bis 1. Juli).

02.07.

Abreise über Drossen nach Charlottenburg, Ankunft am 3. Juli. Der Hof verbringt den Sommer in Charlottenburg. Am 13. Juli schreibt Luise an ihren Bruder: "Die Memeler Entrevue war göttlich, die beiden Monarchen … gleichen sich in ihren Grundsätzen, der Gerechtigkeit, Menschenliebe und Liebe zum Wohl und Beförderung des Guten. Auch ihr Geschmack ist gleich. Viele Einfachheit, Hass der Etikette und Gepränge des König- und Kaisertums." (Rothkirch)

03.08.

Geburtstag des Königs. Ableben des Prinzen Heinrich, Bruder des Königs, in Rheinsberg. Er wird am 5. August beigesetzt.

05.09. bis ca. 14.09.

Friedrich Wilhelm III. und Luise sind in Paretz.

20.09.

Spätestens zu den Herbstmanövern sind die Majestäten in Potsdam. Am Abend werden im Neuen Palais Theateraufführungen gegeben, anschließend wird im Großen Saal mit bis zu 80 Personen soupiert. Die Revuen enden am 24. September mit einem Ball im Neuen Palais für 135 Personen.

19.12.

Der Hof kehrt von Potsdam nach Berlin zurück, um hier die Wintermonate zu verbringen.

 

 

 

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