Dr. Gaby Huch | Roedernstraße 49 b | 12623 Berlin | 0172 2736985 | gaby@huch.berlin
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1804

01.01.

Der Hof ist in Berlin. Über den Beginn des Jahres 1804 schreibt Cohnfeld: "Eine besondere Lebhaftigkeit entfaltete in diesem Jahre das häusliche Leben des Königs durch einen ungewöhnlichen Reichtum und Glanz von Festen, denen stets zahlreiche fürstliche Gäste beiwohnten, Die Veranlassung hierzu waren mannigfache, die vornehmliche jedoch die Vermählung des Prinzen Wilhelm."

10.01.

Einholung der Braut des Prinzen Wilhelm, Prinzessin Marianne von Hessen-Homburg.

12.01.

Vermählung des Prinzen Wilhelm mit  Prinzessin Marianne von Hessen-Homburg im Berliner Schloss.

10.03.

Der Geburtstag der Königin am 10. März wird mit einem Maskenball im Schauspielhaus am 12. März gefeiert, zu dem "der ganze Hof, die Noblesse und die vornehmen Staatsbeamten eingeladen, und außerdem noch eine Anzahl Einlasskarten an Personen aus allen Ständen verteilt worden waren." (Klöden)

30.03.

Karfreitag. Der Hof ist in Potsdam.

06.05.

Die Gemahlin des Großfürsten Constantin aus St. Petersburg sowie der Erbprinz von Sachsen-Coburg kommen nach Potsdam und bleiben zur Frühjahrsrevue. Danach gehen sie mit der Königin nach Charlottenburg, der König  reist nach der Frühjahrsrevue im Berliner Tiergarten mit  Prinz Heinrich zu weiteren Truppenbesichtigungen nach Stargard und Mockerau.

20.05.

Prinzessin Wilhelm (Marianne von Hessen-Homburg) schreibt ihrem Bruder aus Berlin. Sie entschuldigt ihre verspätete Antwort " da ich ihn (den Brief) in Potsdam bekam, als die Großfürstin Anna schon angekommen war, und ihr zu Gefallen mussten wir den ganzen Tag auf den Beinen sein zu unser aller Ärger! Wir revoltierten alle gegen die Gekrönte! Nun sind wir hier seit dem 14. nachmittags, wo wir den Morgen noch die Revue in Potsdam schluckten. Heute hätte ich eigentlich auch zur Spezialrevue heraus gemusst, aber als am heiligen Pfingsttag ging ich lieber zu Ancillon worüber ich nachher in Monbijou, wo ich frühstückte, mein verdientes Lob erhielt. Wilhelm sehe ich nun fast den ganzen Tag nicht; wenn man auf der Erde nichts anderes mehr hat, so ist das hart. ... In Potsdam war die Lebensweise äußerst unerträglich durch den Zwang der Pünktlichkeit. Den Sommer, hoff ich, werden wir ruhig hier leben. Im Anfang August verreist Wilhelm mit dem König ... Wenn nur schon der unerträgliche Revue-Ball zurückgelegt wäre! Es gibt nichts Fürchterlicheres als bei Tag zu tanzen. Neulich erprobten wir das in der Orangerie des Marmorpalais."

23.05.

Das Hofmarschallamt fragt beim König an,  ob er die Reiseroute für die bevorstehende Reise verändern wolle, um "einmal den schöneren Teil des Oderbruchs von Küstrin nach Freienwalde zu durchreisen, um die im Oderbruch durch den Abbau entstandenen nicht uninteressanten Kolonien und Etablissements in Augenschein zu nehmen". - Es bleibt bei der geplanten Route.

25.05. bis 02.06.

Reise nach Stargard und Mockerau zu den Truppenbesichtigungen in Begleitung des Prinzen Heinrich. Die Königin bleibt in Charlottenburg.

03.06.

Der König kehrt nach Charlottenburg zurück. Den weiteren Teil der Revue mit Truppenbesichtigungen in Königsberg, Jerutken, Warschau und Posen nimmt der König nicht selbst ab.

Ende Juli / Anfang August

König und Königin sind auf der Pfaueninsel.

03.08.

Geburtstag des Königs.

17.08.

Beginn der Reise nach Schlesien in Begleitung des Prinzen Wilhelm. Als erste Station wird Grünberg erreicht.

18.08.

Neisse wird erreicht und Quartier im Hohenbergschen Haus am Ring bezogen. Noch am 14./15. Juni hatten Überschwemmung, Dammbruch, Überflutungen Niederschlesien betroffen. "Liegnitz selbst lag wie eine Insel im Hochwasser, das die Stadtmauern durchdrang, die Kirchhöfe überflutete, die Brücken fortriss, Carthause und Speergase konnten kaum geräumt werden, das Lazarett und die Bleichen standen im Wasser ... die Wiesen und Äcker der ganzen Niederung waren teils verschlammt, teils versandet, die nächsten Dörfer, Vorwerke, Kräutereien zu Grunde gerichtet." Zur Beseitigung der Schäden hatte Oberpräsident Hoym vom König 78.000 Taler erbeten. - Die Revuen in Neisse dauern bis zum 22. August; die Königin reist direkt nach Breslau und besucht von hier aus Sybillenort.

23.08.

Über Cosel kommt der König am Abend in Breslau an. Hier finden vom 25. bis 30. August Truppenbesichtigungen Stadt. - Breslau war ebenfalls von den heftigen Überschwemmungen betroffen, die eine große Teuerung hervorriefen. Im Frühjahr 1805 wurde aus den königlichen Magazinen  Getreide bereitgestellt.

31.08.

Über Grünberg kehren die Majestäten nach Charlottenburg zurück, gehen aber bereits am 1. September nach Berlin und von dort nach Potsdam, wo vom 20. bis 23. September die Herbstmanöver stattfinden. Am Abend gibt das Berliner National-Theater Vorstellungen im Neuen Palais.

24.09.

Die Herbstmanöver enden mit einem Ball im Neuen Palais. Die Majestäten gehen für einige Tage nach Paretz.

15.10.

Der Geburtstag des Kronprinzen wird mit einem Fest der Kinder der Garnison-Erwerbschulen im Lustgarten begangen.

30.10.

Geburtstag des Prinzen Friedrich.

28.11.

Rückkehr des  Hofes von Potsdam nach Berlin. Der Königin ist ein Begrüßungsgedicht in der Vossischen Zeitung Nr. 144 vom 1.12.1804 gewidmet.

13.12.

Geburt des Prinzen Ferdinand († 1.4.1806).

 

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