Dr. Gaby Huch | Roedernstraße 49 b | 12623 Berlin | 0172 2736985 | gaby@huch.berlin
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1805

01.01.

Der Hof ist in Berlin.

06.01.

Taufe des Prinzen Ferdinand

26.01.

König und Königin besuchen die Königin-Witwe in Monbijou, die einen Schlaganfall erlitten hat.

04.02.

Nochmaliger Besuch in Monbijou.

10.02.

Große Cour im Berliner Schloss. Delbrück schreibt: "Wir hatten die Freude, die Königin im Cour-Staate zu sehen. Es ist ein herrliches Schauspiel, das Edelste mit dem Schönsten, das Höchste mit dem Prächtigsten vereint zu sehen. Die Prinzen blieben ohne mich im Palais, kehrten nach 8 Uhr zurück."

25.02.

Königin Friederike Luise stirbt in Monbijou. Am 4. März wird sie still im Berliner Dom beigesetzt.

05.03.

Mit einem Requiem wird das Berliner Schauspielhaus wiedereröffnet.

10.03.

Geburtstag der Königin.

17.03.

Im Berliner wird an die verstorbene Königin Friederike Luise mit einer Gedächtnispredigt erinnert.

22.03.

Geburtstagsfeier des Prinzen Wilhelm.

03.04.

Der Hof geht von  Berlin nach Potsdam. Prinzessin Wilhelm langweilt sich, denn "die Königin ist zu faul zum Gehen, Wilhelm reitet lieber und die Veuve Dorville [ihre Hofdame] ist schlecht auf den Beinen."

11.04.

Der Allianzvertrag zwischen England und Russland wird geschlossen, am 9. August tritt Österreich bei.

20.04.

Am 20. April schreibt Luise aus Potsdam: "Morgen ist Spezialrevue, wenn die Stabsracker abgefüttert sind, so stürze ich mich atemlos in meinen Wagen und rolle, rolle nach Berlin, putz mich und renne mit majestätischem Anstand zu Radziwills, wo Komödie sein  wird." Am 22. April kommt sie nach Potsdam zurück.

10.05.

Die Majestäten kommen aufgrund der Revuen nach Charlottenburg und besuchen am Abend das  Schauspielhaus.

12.05.

In der Kunstkammer im Schloss besichtigen sie ein topografisches Relief der Schweiz, verfertigt von dem Ingenieur Eugen Müller von Engelberg. Es war vom König angekauft worden. Am Abend gibt Minister Redern einen Ball zu seinem Geburtstag.

13.05.

Rückkehr nach Potsdam. Hier beginnen am 16. Mai die Truppenbesichtigungen.

24.05.

Beginn der Reise nach Magdeburg, Thüringen und Franken. Die Königin und Prinz Wilhelm, Bruder des Königs, begleiten den König. "Hardenberg, jahrelang oberster Geschäftsträger in Ansbach-Bayreuth, kennt fast jeden Winkel des Landes und ist ein idealer Reiseleiter. Die täglichen Ausritte weiß er geschickt zu variieren mit immer neuen Wegen und Ausblicken." ( van Taack)

25.05. bis 28.05.

Truppenbesichtigungen in Körbelitz in Anwesenheit französischer Generäle.

29.05.

Nach der Revue wird die Reise über Magdeburg, Quedlinburg nach Wernigerode fortgesetzt.

30.05.

Über Isenburg geht es zum Brocken, die Wasserfälle der Ilse werden besichtigt, dann geht es zurück über Plessenburg nach Wernigerode. Luise schreibt, sie sei "auf dem Blocksberg bei der Hexe" gewesen. (Rothkirch)

31.05.

Über das gerade erst preußisch gewordene Nordhausen nach Ellrich. In Nordhausen klagte eine Deputation der Bürgerschaft über die Nachteile, die dem Handel aus der Sperre von Sachsen erwachsen.

01.06.

Nach Erfurt.

03.06.

Über Gotha, Meiningen nach Hildburghausen.

04.06.

Über Bamberg nach Bayersdorf. - Der König habe auf der Reise "mancherlei Unangenehmes, wozu namentlich die Klagen gehörten, die ihm teils über den herrschenden Getreidemangel, teils über die Folgen der Handelssperre zu Ohren kamen" erfahren. "Die Brotteuerung war nicht nur über Preußen, sondern über ganz Deutschland verbreitet, so dass es sogar in Wien deshalb zu öffentlichen Tumulten kam. Gleiches fand um die Mitte des Monats Juni in Halle statt, wo der Magistrat jedoch durch kluge Maßregeln die Aufregung schnell wieder beseitigte. Im Halberstädtschen hörte der König auf seiner Durchreise ebenfalls mehrfältige Klage über die Getreideteuerungen, und wie immer, so schob er auch jetzt seine Hilfe keinen Augenblick auf, sondern traf sofort noch unterwegs die geeigneten Vorkehrungen." (Cohnfeld)

05.06.

Über Erlangen nach Fürth zu  Truppenbesichtigungen im Beisein des Fürsten von Hessen. - Zusammentreffen mit Erzherzog Anton, dem Kurprinzen von Hessen mit Gemahlin und der Prinzessin von Solms. In Fürth fanden auch Unterredungen mit dem Gesandten am Französischen Hof, Marquis von Lucchesini statt, der aus Mailand, wo Napoleon sich  aufhielt, eingetroffen war, ebenso mit Graf Görtz, Preußischer Gesandter auf dem Reichstage. Die " unseligen politischen Wirren" seien dem Wagen des Königs gefolgt. (Cohnfeld) - Zusammentreffen des Königs mit Hardenberg, der später in seinem Memoiren schreibt: "Damals ahnte noch niemand die Möglichkeit, das der Zeitpunkt so nahe sein könnte, wo dem König die schönen Provinzen, angefüllt mit treuen ächt brandenburgischen Untertanen entrissen werden würden."  - Am zweiten Tag in Fürth werden die alte Festung und das Schlosses Cadolzburg besichtigt.

09.06.

Nach Bayreuth zur Truppenbesichtigung. Hier sind Luises Schwester Friederike und die Großfürstin Anna Feodorowna anwesend, die eine Feierlichkeit auf dem Schloss Fantaisie gibt. Nach der Besichtigung des Sophienbergs wird dieser Luisenberg genannt.

13.06.

Ankunft in Alexandersbad. Am 15. Juni trifft hier der Kurfürst von Hessen ein.  - Die Königin unternimmt Ausflüge, u. a. zur Luxburg, oft unter Führung Hardenbergs.  "Der König trank hier den Egerbrunnen und es gab Festlichkeiten mancher Art." (Klöden)

22.06.

Die Königin schreibt ihrem Bruder: "Unser Aufenthalt ist durch die Kur des Königs gottlob, Gott sei es gedankt und gepfiffen, verlängert worden, und ich und Friederike dabei unbeschreiblich glücklich. … Aber das muss ich dir noch sagen, dass die Natur hier wirklich unbegreiflich schön und groß ist, und dass das Bayreuther Land im Ganzen ganz göttlich ist, ein wahres Eden!" (Rothkirch)

26.06.

In Alexandersbad trifft Generals von Zastrow ein, Zugleich Ankunft des russischen Sondergesandten in Berlin. - Luise schreibt an ihren Bruder: "Darauf waren wir in Eger! In Eger sag' ich dir, und haben die Merkwürdigkeiten dort besehen, die uns interessierten. Die Lanze, womit Wallenstein umgebracht worden ist, sein Portrait, sein Schwert, die Stube auf welcher er den schön heroischen Geist aufgab. Von da nach einem Landgut des KK Generals Zubwitz, wo wir zu Mittag aßen und dann nach Franzensbrunnen, der wirklich allerliebst ist. Da auch wieder alles besehen und dann hetzelich nach Haus." (Rothkirch)

28.06.

Luise kündigt Gräfin Voss einen Besuch in Franzensbad für den 2. Juli  an.

05.07.

Zurück nach Fürth. Hier kommt es zu einem Besuch des Kurfürsten Maximilian II. von Bayern.

06.07.

Über Hof nach Zeitz.

07.07.

Über Halle, Dessau nach Potsdam. Am nächsten Tag geht es wieder nach Charlottenburg, wo das "Hofleben … seinen gewohnten Gang" nahm (Bailleu), und nur durch einige Tage auf der Pfaueninsel im Juli und August unterbrochen wurde.

03.08.

Geburtstag des Königs.

12.08.

Geburtstagsfeier des Bruders der Königin, Georg von Mecklenburg-Strelitz. Dafür wird die Schloss-Terrasse mit Orangenbäumen in Kübeln geschmückt und es wird in Kostümen italienischer Bauern und Bäuerinnen der Albaner Berge getanzt.

07.09.

König und Königin sind bis Mitte September in Paretz.

08.09.

Beginn des dritten Koalitionskrieges (England, Österreich, Russland) gegen Frankreich. Um seine Neutralität zu wahren, beginnt Preußen mit der Mobilisierung der Armee.

19.09.

Rückkehr nach Potsdam zu einer Konferenz mit dem Herzog von Braunschweig in Anwesenheit der beiden Außenminister Hardenberg und Haugwitz. Am nächsten Tag beginnen hier die Herbstmanöver. An den Abenden wird im Neuen Palais Theater gespielt.

24.09.

Vom 24. bis 26. September überschreiten französische Truppen den Rhein.

27.09.

Feier der goldenen Hochzeit des Prinzen Ferdinand.

01.10.

Den König erreicht in Paretz die Nachricht von der Kriegserklärung Napoleons, Bayern, Württemberg und Baden schließen sich Frankreich an.

09.10.

Luise schreibt an die Großfürstin Anna: "Sie [die Schwestern9 haben mich gestern verlassen und sind nach Strelitz gefahren, um Papas Geburtstag zu feiern, der morgen ist. Ich sollte auch hinfahren, der König hatte es mir erlaubt, mein Vater war früher aus der Schweiz zurückgekehrt, als er sich vorgesetzt hatte, um mich dort zu empfangen; aber die Umstände haben es nicht erlaubt, und ich habe meinen Pflichten ein sehr großes, schmerzliches Opfer gebracht; sie aber sind mir so heilig und so teuer wie sonst nichts." (Rothkirch)

15.10.

Der Kronprinz trit an diesem Tag, seinem 10. Geburtstag, in das Garderegiment ein, weshalb in Paretz ein Fest gefeiert wurde. Am gleichen Tag trifft die Nachricht über die Niederlage Österreichs ein.

16.10.

Parade in Potsdam.

17.10.

Im Königlichen Palais in Berlin findet auf Bitte Hardenbergs eine Konferenz mit Haugwitz statt.

18.10.

Der König geht nach Potsdam, hier werden die  Regimenter besichtigt.

24.10.

Der König geht nach Berlin. Er schreibt an den russischen Kaiser Alexander seine Freude über die bevorstehende Zusammenkunft.

28.10.

In Berlin findet vor dem Königlichen Palais Unter den Linden eine Parade statt, dann gibt es eine Staatsvisite beim russischen Kaiser in Bellevue. An der "Arbeitssitzung" der Monarchen nehmen Außenminister Hardenberg, Haugwitz und Czartoryski und der Herzog von Braunschweig teil

29.10.

Nach einem Besuch des Reitstalls der Gens‘darmes und dem Mittag in Charlottenburg begibt sich der gesamte Hof nach Potsdam.

30.10.

Nach dem Manöver finden in der Orangerie im Neuen Garten ein Diner und anschließend ein Ball im Marmorpalais statt. Erzherzog Anton von Österreich, Bruder des Kaisers Franz, kommt in Berlin an und am Folgetag ebenfalls nach Potsdam, bevor er am 8. November nach Dresden weiterreist. In den nächsten Tagen finden Paraden und Konferenzen statt.

03.11.

Tag der "Potsdamer Übereinkunft", kraft derer Napoleon aufgefordert werden soll, in die Herstellung des Friedens durch einen europäischen Kongress auf Grund des Luneviller Besitzstandes einzuwilligen. Für den Fall der Weigerung soll das preußische Herr sich der Koalitionsarmee anschließen.

05.11.

In der Nacht zum 5. November reust der Zar von Potsdam ab und über Wittenberg und Leipzig nach Weimar. Die Vossische Zeitung  vom 9. November schildert die berühmte Szene am Graf Friedrichs des Großen, die auch Delbrück in seinem Tagebuch beschreibt:  "Kaiser Alexander hat wirklich die Gruft Friedrich II. besucht, von Rührung überwältigt den Sarg geküsst, der die Hülle des großen Monarchen einschließt."

06.11.

König und Königin bleiben in Potsdam.

19.11.

Der am 16. November nach über 9-jähriger Abwesenheit in Berlin eingetroffene Alexander von Humboldt erhält durch Kabinettsordre eine Pension von jährlich 2.500 Talern, davon 500 Taler als Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Im Dezember wird er zum Kammerherrn ernannt.

21.11.

Rückkehr des Hofes nach Berlin, Hier nehmen "die Wintervergnügungen ihren Verlauf, und es fanden sich in der Gesellschaft viele, die sich nur mit diesen kleinen Tagesbegebenheiten beschäftigten. Namentlich sah es aus, als ob der Hof sich darin verlöre, die Wichtigkeit der Zeitereignisse unterschätzte und nur eben froh wäre, eine Galgenfrist durch den Frieden von 1805 zu gewinnen. So lautete wenigstens das Urteil in ernster gerichteten Kreisen." (Rochow)

26.11.

Delbrück notiert in seinem Tagebuch: "Lektionen der Prinzen … Geographie … Ansicht der Preußischen Besitzungen und dabei Beispiel des Patriotismus der Landstände von Pommern, der Marken und Magdeburg, wie Speners Zeitung von heute erzählt. Dem Prinzen Fritz funkelte das Gefühl der Freude in den Augen." - In der Spenerschen Zeitung konnte man lesen: "Der König rüstet seine Armee und lässt sie zum Schutze seines Reiches ausrücken ... Wir haben noch keinen Krieg, noch keinen erklärten Feind ... Dennoch haben die Stände in den Marken, in Pommern und in Magdeburg bei der ersten Nachricht von der Ausrüstung der Armee sogleich, ohne alle Veranlassung, beschlossen, das zur Verpflegung der Armee erforderliche Getreide und Mehl dem Könige unentgeltlich zu liefern. Bürger und Bauern und alle Klassen von Untertanen haben sich an die Stände angeschlossen und dadurch den übrigen Provinzen das Beispiel gegeben, so dass diese miteinander wetteifern, die Lasten der Ausrüstung der Armee zu tragen ... So hatte die Kurmark allein dem Könige ein Geschenk von 10.000 Wispel Roggen votiert. Und dies geschah in einem Jahre, wo man nur eben einer Hungersnot entgangen war."

29.11.

Ankunft des Fürsten von Nassau-Oranien in Berlin.

02.12.

In der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz siegen Napoleons Truppen über Alexander I. und Franz I.

03.12.

Zur Parade in Potsdam ist der Erbprinz von Mecklenburg-Schwerin anwesend.

04.12.

Delbrück notiert in seinem Tagebuch: "Ausmarsch der Garnison. Der König zu Pferde kommandierte selbst. … Feierlich rührende Szene! Es dauerte beinahe eine Stunde. Das Garde du Corps eröffnete den Zug, das Regiment König beschloss ihn. Ein Teil ging aus dem Brandenburger Tor, der andre über die Lange Brücke. Weißenfels ist der Ort ihrer Vereinigung. Besuch bei der Königin. Sie wird dem König ins Standquartier folgen."

07.12.

In Berlin trifft die "Hiobspost von der entscheidenden Schlacht, welche den 2. Dezember zwischen den Russen und Franzosen bei Austerlitz geliefert ist", ein. Wenige Tage später folgen "erschütternde Nachrichten über die Lage der Dinge. Napoleon und Kaiser von Österreich haben sich an den Grenzen gesprochen, Friede geschlossen ohne Garantie unseres Hofes. Russland soll seine Truppen zurückziehen bis auf 25.000 Mann. Vom russischen so wie vom österreichischen Kaiser keine direkten Nachrichten. Welch' eine Nacht von Begebenheiten! Wie entehrend für unsre Neutralität! Der Ruhm unsrer Monarchie ist dahin." (Delbrück)

18.12.

Ankunft des Großfürsten Constantin, Bruder des Kaisers Alexander, in Berlin. Am 20. Dezember wird ihm zu Ehren ein Ball gegeben.

21.12.

Ankunft des Kurfürsten von Hessen in Berlin.

24.12.

Beim Diner im Berliner Schloss wird vom Goldenen Service gespeist.

25.12.

Nach dem Besuch der Nikolaikirche gibt der König ein Dejeuner zu Ehren des Großfürsten Constantin.

26.12.

Der Friede von Preßburg zwischen Frankreich und Österreich bringt einen Gebietsverlust für Österreich, Bayern und Württemberg werden Königreiche.

 

 

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© Gaby Huch