Dr. Gaby Huch | Roedernstraße 49 b | 12623 Berlin | 0172 2736985 | gaby@huch.berlin
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1810

01.01.

"Von den ersten Couren und Bällen, die dem Einzug folgten, ist mir ein ziemlich trübes Bild geblieben. Es war mir nie eingefallen, wie viel dazu gehöre, um ein Hoffest begehen zu können, und dass eine öffentliche Ergötzlichkeit nur inmitten eines glücklichen Staates und im sicheren Schutz seiner festen Mauern Sinn und Haltung haben kann. Damals war es, als ob Trug und Spiel und Putz und Aufwand jeder Art dem Vaterlande in seiner tiefen Not nur Hohn sprechen müsste. So viele Außendinge verstärkten diesen Eindruck. Diese Feste fanden in den alten, schlecht erleuchteten Sälen des Schlosses, in dem düsteren Rittersaale, in dem geschmacklosen Weißen Saale statt. - Hier nun fand man sich in einer neuen Welt. Außer den mit dem Hofe zurückgekehrten Personen traf man auf wenig bekannte Gestalten. Die ganze Gesellschaft war verwandelt und erneut, wie sie verdoppelt war. Diese große, unbekannte Masse machte einen befremdenden Kontrast mit dem kleinen, gewählten Kreise der sonstigen Hof- und Stadtgesellschaft, der sich so selten, so langsam erneute, so oft sich zusammentraf, dass man immer unter Bekannten und wie zu Hause in demselben war. Bei Hofe sich im Gedränge und von der Foule getragen zu fühlen, war eine ganz neue Erfahrung. Eine von der Sitte abweichende Toilette war sonst die seltenste Ergötzlichkeit für die Berliner Hofwelt; jetzt wimmelte es von sogenannten Regimentsdamen in unglaublichen Toiletten, von Offizieren mit noch unerhörteren Tournüren." (Sophie Schwerin)

07.01.

"Einen üblen Eindruck im Publiko machte es, dass der König heute auf der Parade mit dem Helm auf dem Kopf und die Patronentasche über dem Rock erschien - werden diese militärischen Spielereien nie aufhören?" (BPH, Rep. 49 B III 7)

10.01.

Königin Luise schreibt an Kaiserin Maria: "Das Volk hat uns mit rührender Freude aufgenommen; wohin ich meine Augen wende, sehe ich nur freundliche Gesichter, und der König ist beliebter als je. Die Stadt schenkte mir einen herrlichen Wagen und Geschirr für acht Pferde, wunderbar in Silber gearbeitet. Dies Geschenk ist für mich von doppeltem Wert, da es in einer Zeit des Elends gemacht wurde." (Rothkirch) - Erster Besuch in Charlottenburg, von der Schützengilde eingeholt, vom Magistrat, der Geistlichkeit und der Bürgerschaft empfangen.

12.01.

"Die Cottbussche Brauer-Innung schenkt dem König einige Fässer Bier und bezahlt sogar die Fracht  … um ihre Anhänglichkeit zu zeigen." (BPH)

18.01.

Im Rittersaal des Schlosses wird "das erste Mal das Fest des hohen Ordens gefeiert am Jahrestag des Königreiches". (Voss) Ball im Schloss. Stiftung des Roten Adlerordens zweiter und dritter Klasse. Den Roten Adler-Orden erhalten Alexander und Wilhelm von Humboldt, Hufeland, Karsten, Wildenow und Iffland.

21.01.

Gottesdienst im Dom unter Beteiligung aller Ritter des Ordens. Galadiner im Schloss.

22.01.

Königin Luise schreibt an Hardenberg: "Wir sind immer noch höchst unglücklich. Indessen ist das Leben hier in Berlin erträglicher als in Königsberg. Es ist wenigstens ein glänzendes Elend mit schönen Umgebungen, die einen zerstreuen, während es in Königsberg ein elendes Elend war." (Griewank)

23.01.

Erster Besuch in Potsdam.

24.01.

Ball bei Minister von Massow.

04.02.

„Die sämtlichen Ausgaben für alle Hofstaaten und zu allen Hofausgaben betragen monatlich inklusive aller Apanagen 51.908 Rtlr. 18 Gr. – im Ganzen also nicht viel über eine halbe Million jährlich und gewiss weniger als in irgendeinem bestehenden Staat von der Größe wie der preußische. […] Es scheint uns höchst wichtig, dass bei Euer Königlichen Majestät Hofstaat bei der schon stattfindenden Einfachheit wenigstens der höchstmögliche Anstand herrsche und dass durch keine Ersparnis solchem direkte oder indirekte zu nahe getreten oder dazu Veranlassung gegeben werde. […] Es ist doppelt wichtig in einer Zeit, wo sich unter so manchen Begebenheiten im In- und Auslande alle Bande so sehr gelöst haben und wo so manche unrichtigen Ansichten und Gefühle entbunden worden sind, […] Die Wichtigkeit des Hofwesens wird unter diesem Gesichtspunkt gewöhnlich verkannt. Dem großen Haufen muss durchaus imponiert werden. […] [Das Staatsministerium könne daher dem König trotz katastrophaler Geldknappheit] „keine größere Einschränkung bei Allerhöchstdero Hofstaat und Hofökonomie […] vorschlagen.“

14.02.

"Um dem überhandgenommenen unstatthaften Supplizieren nach Möglichkeit Einhalt zu tun und Euer Königlichen Majestät Allerhöchsten uns mündlich erteilten diesfälligen Befehl pflichtschuldigst zu genügen, haben wir das anliegende Publikandum entworfen und in demselben die früheren gesetzlichen Bestimmungen zusammengefasst ..." Altenstein, Dohna, Beyme, 14.2.1810. Es wurde vollzogen am 22.2.1810´. Der Geheime Kriegsrats von Werdeck aus Dittersbach b. Dresden moniert am 29.4.1810,  dieses "bei Eurer Königlichen Majestät großem Ahnherren Friedrich dem Einzigen unbekannte Gesetz, hat im In- und Auslande ungewöhnliches Aufsehen erregt, es scheint mit dem humanen Geist der Preußischen Regierung ..." im Widerspruch zu stehen.

18.02.

Parade Unter den Linden.

23.02.

Geburtstag der Prinzessin Alexandrine.

02.03.

Ball bei der Gräfin von Arnim.

07.03.

Eintreffen des Bataillons Füsilier-Garde aus Königsberg in Berlin. Es wird von den Majestäten und den Prinzen am Bernauer Tor empfangen.

10.03.

Geburtstag der Königin. Cour und Ball im Weißen Saal.

 

"Ein Jahr hatte große Veränderungen in unserer Vaterstadt hervorgebracht. Die Befreiung von der feindlichen Besatzung, die Rückkehr des Hofes, die Freude über beides brachte einen neuen Anflug von Hof- und Weltleben hervor, dem sich die Jugend gern hingab. Das erneuerte Militär war viel jugendlicher aus Preußen zurückgekehrt, hatte noch manches dort erlebt, wurde als die Hoffnung der Zukunft betrachtet und spielte also in allen Kreisen die erste Rolle. Damals wurde ich der schönen Königin vorgestellt, und ich sehe sie noch an ihrem (ich glaube zweiunddreißigsten) Geburtstage [es war der 34.!] auf einem Hofball eine Ecossaise mit ihrem Sohn, dem vierzehnjährigen Kronprinzen tanzen. Dies erschien nach damaligen Begriffen auffallend. Während vierzig Jahre später keine Frau von vierzig Jahren zu dem Gefühl zu kommen scheint, dass sie nicht mehr jung sein könnte." (Rochow)

14.03.

Luise schreibt an den Vater: "Ich hatte das Projekt, nach Strelitz am 16. zu kommen, allein die Umstände, die eingetreten sind, machen es mir zur Pflicht, nicht von meinem Posten, den Gott mir angewiesen hat, zu weichen und fest darauf zu stehen. Napoleon ist ganz toll mit seinen Forderungen und hat uns alle in den tiefsten Kummer gestürzt. Ich kann und darf in dieser Krisis den König nicht verlassen; er ist sehr unglücklich und bedarf einer treuen Seele, auf die er sich verlassen kann." (Rothkirch)

22.03.

Geburtstag des Prinzen Wilhelm. Ihm zu Ehren findet am Abend ein Ball bei Minister von Beyme statt.

31.03.

Per Kabinettsorde Anordnung einer Minister-Konferenz für den gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb:  "Altenstein wusste die Finanzverwaltung weder mit den übrigen Ministerien noch in sich selbst zusammenzuhalten. Ohne Plan, ohne Übersicht wirtschaftete er von einem Tage zum andern, hielt Geben und Bewilligen besonders an Menschen von Einfluss für das beste Mittel sich überall Freunde zu machen, und sich zu halten; Geschäftsordnung war nicht vorhanden, keine bestimmte Tage zum Vortrag, keine Konferenzen mit den Räten; er wählte sich ungeeignete Menschen ... Für den rechtschaffenden Mann gibt’s gar keine Aussicht; der Patriot trauert." (Pertz, Stein, II)

01.04.

Besichtigung der Fahrt des Luftschiffers Robertson.

10.04.

Der Hof geht nach Potsdam.

12.04.

Ankunft des Prinzen von Baden.

14.04.

Der König fährt über Berlin, Königs Wusterhausen, Storkow nach Beeskow und wird feierlich von dem am Tor aufgestellten Magistrat mit den Stadtverordneten empfangen.  Bis zum Quartier  Spalier der Bürgerschaft und der Schützengilde, die Stadt ist mit Fahnen geschmückt. In Beeskow erwartet der König die russischen Truppen und kehrt am Folgetag nach Potsdam zurück.

20.04.

Der König nimmt das Abendmahl am Karfreitag nach reformiertem, die Königin nach lutherischem Bekenntnis.

21.04.

Besuch der Potsdamer Garnisonkirche, wo Eylert predigt.

02.05.

Treffen auf der Pfaueninsel zwischen dem Königspaar, Hardenberg und Sayn-Wittgenstein. - Im Sommer lehnt A. v. Humboldt den Vorschlag Hardenbergs ab, sich als Nachfolger seines Bruders Wilhelm von Humboldt zum "Direktor des Kultus und der wissenschaftlichen Anstalten" mit der Aussicht auf den Ministertitel nach Berlin berufen zu lassen. (Humboldt-Chronologie, BBAW)

16.05.

Luise schreibt an Marianne von Preußen: "Wenn wir nach Berlin kommen, was regelmäßig gewiss den Donnerstag ist, so essen die Brüder bei uns. Louis [Leopold von Hessen-Homburg] sitzt neben dem König, Leo [Leopold von Hessen-Homburg] neben mir. Gestern, Dienstag, war der König in Berlin wegen dem Prinz Louis von Wartenberg [Ludwig Graf Kolb von Wartenberg-Roth], der sich gemeldet hatte. Wir haben einen unmenschlichen Fraß gehabt, die ganze Familie hat bei uns gekaut, und den Nachmittag, nachdem wir Mimi [Wilhelmine der Niederlande, Schwester des Königs] gesehen hatten, die so glücklich ist, sind wir wieder hier um sieben Uhr gewesen. Morgen ist großes Manöver, wo ich die Brüder von weitem sehen werde, zwischen hier und Berlin." (Rothkirch)

21.05.

Luise an Kaiserin Elisabeth: "Ich bin heute ganz stumpf geworden, und sie werden mir das verzeihen, wenn ich Ihnen sage, dass ich sehr früh und in einem abscheulichen Wind zu einem Manöver war. Meine Tante von Oranien und die Prinzessin von Braunschweig, die seit vier Tagen hier sind, lassen, mich von einem Ende zum anderen rennen, um alle Schönheiten von Potsdam zu zeigen." (Rothkirch)

22.05.

Der König besucht das Kürassier Regiment von Brandenburg in Rathenau, die Königin begleitet die Prinzessin von Oranien zur Pfaueninsel.

23.05.

Luise an Kaiserin Elisabeth: "Wenn der Kaiser diesen Sommer durch unsere Lande reist, dann hoffe ich, Sie zu begrüßen …" (Rothkirch)

27.05.

Besichtigung der Fahrt des Luftschiffers Reichards.

02.06.

Empfang Hardenbergs. -"Der Minister Hardenberg ist hier gewesen und die Geschäfte wieder übernommen, in welcher Ausdehnung ist noch nicht bekannt, doch scheint er an der Spitze aller Kollegien zu stehen." (BPH, Rep. 49 B III 7c)

08.06.

Luise schreibt ihrer Schwester Therese: "Nach Pyrmont gehe ich aus zwei Ursachen positiv nicht. Die erste ist dieselbe, die Dich von einer großen Reise abhält, Geld und Ökonomie. Wäre mir Pyrmont sehr nötig, so wäre die Frage nicht ums Geld, da der König immer gut und liebevoll ist, und, um mich zu erhalten, keine Aufopferung kennt; da aber meine Übel noch nicht von der Art sind, dass es unumgänglich notwendig ist, so will ich selbst die dépense nicht. Zweitens wird es da sehr voll sein, der König und die Königin von Westfalen usw., das geht nicht mit mir zusammen, das begreifst Du. Papa geht den 26. oder 27. dahin ab." (Rothkirch)

15.06.

Besuch der Pfaueninsel.

17.06.

"Übermorgen gehen wir gewiss nach Charlottenburg, wenn es das Wetter nur einigermaßen erlaubt. Wir haben göttliche Tage hier verlebt ... Du weißt, Charlottenburg ist kalt und feucht; es kostet daher den König etwas, sich zu deplatzieren, wenn es nicht sehr warm ist, weil er parterre wohnt. Es ist sehr tot hier, ich bin aber doch gern hier." (Rothkirch)

19.06.

Luise erhält die Erlaubnis zu einer Reise nach Strelitz, der König will später dazukommen. Sie schreibt wenige Tage später dem Vater: "Der König ist äußerst dankbar über die Art, wie Sie das Projekt seiner Ankunft aufgenommen haben. … Ich komme also Montag, nehme mit großem Dank das dejeuner fressaille in Fürstenberg an, und bitte von da um Pferde … Der König den Donnerstag, auch von da Pferde. Fressaille will er nicht, aber Tee und dicke Milch und Butterbrot in Hohenzieritz." (Rothkirch)

21.06.

Der Hof kehrt nach Charlottenburg zurück.

25.06.

Abreise der Königin nach Strelitz über Fürstenberg und Gransee. Sie schreibt an den König: "Obgleich Papa alles, was Empfang heißt, verboten hatte, wurde ich in Fürstenberg formell empfangen und habe dort einen richtigen Einzug gehalten. Eine Kompagnie Bürger zu Pferde begleitete mich, sprach mich an; am Stadttor Musik, Triumphbogen und Ansprache des Bürgermeisters, und ohne dass jemand es wusste, hatten die Bewohner ihre Häuser reizend mit grünen Girlanden und Blumen und Festons geschmückt, die von einem Hause zum andern über die Straße gingen." (BPH, Rep. 49 J 150) - Der König antwortet ihr wegen seiner Ankunft: "Es wäre andererseits ziemlich außergewöhnlich, wenn man, nachdem ich schon zweimal in Strelitz gewesen und dort meinen Wünschen gemäß ohne Feierlichkeiten empfangen worden bin, nun beim dritten Mal anders verfahren würde." (Griewank)

28.06. bis 03.07.

Reise des Königs über Rheinsberg, Strelitz nach Hohenzieritz.

04.07.

Der König reist mit dem Prinzen Friedrich zurück nach Charlottenburg.

18.07.

Die Königin ist erkrankt, der König kündigt seine Abreise für den Freitag nach Hohenzieritz an.

19.07.

Königin Luise stirbt in Hohenzieritz.  - "Den 19. Juli ist die Königin gestorben, 1810, des morgens um 9 Uhr, bei Ihren Vater. Den 25. habe ich die Königien begleiten helfen von der teschendorschen brücke bis nach Oranienburch zu fusch, der leichenwagen und 2 Kuthschen, Johann Christian Calies." (Bauerntagebücher)

20.07.

Der König kehrt nach Berlin zurück. Landestrauer.

 

"Der Tod der Königin nahm der Gesellschaft ihren letzten Schein von Glanz und von Freude. Der Hof hatte seinen Mittelpunkt verloren wie die Familie des Königs ihre Seele. … Das einsame, freudenlose Leben des Königs wirkte auch auf seine Umgebungen zurück. Es wurde immer stiller und glanzloser in der Berliner Welt." (Sophie Schwerin)

25.07.

Die Leiche wird über Gransee (26.7.) und Oranienburg (27.7.) nach Berlin überführt. Nach der Ankunft des Trauerwagens erfolgt die Aufbahrung im Thronsaal.

30.07.

Stille Beisetzung der Königin im Dom.

01.08.

"Den Monat August verlebte der König in kummervoller Zurückgezogenheit zu Charlottenburg; am 1. September trat er in Begleitung des Generals von Köckritz und Hardenbergs die bereits früher beschlossene Inspektions-Reise nach Schlesien an, von welcher er am 12. bereits wieder in Berlin eintraf." (Cohnfeld)

03.08.

Geburtstag des Königs. "Er hatte jeden Glückwunsch verbeten. Wir fuhren nach der Pfaueninsel." (Voss)

01.09.

Beginn der Reise nach Schlesien. Von Berlin über Frankfurt nach Crossen, Truppenbesichtigungen. Alle Feierlichkeiten sind untersagt. Massow schreibt aus Breslau an Hardenberg in Crossen, er habe nicht nur die beiden schlesischen Regierungen instruiert, sondern auch den General-Landschaftsdirektor Graf v. Haugwitz informiert, "weil selbiger die Absicht hegte, mit einigen schlesischen Gutsbesitzern auf dem ersten schlesischen Relais, nämlich zu Groß Lessen Grünbergschen Kreises, Seine Königliche Majestät die schuldige Devotion persönlich zu bezeigen und deshalb bereits seine Reise dahin angetreten hatte."

02.09.

Von Crossen nach Liegnitz. Truppenbesichtigung in Grünberg. Hardenberg hat die Reiseroute mit Bemerkungen zu den einzelnen Relaisstationen versehen, u.a. Grüneberg: "Königliche Stadt, woselbst 8633 Menschen und unter solchen 727 Tuchmacher-Meister sind", Polkwitz: "Königliche Stadt, welche 1193 Seelen, und während der feindlichen Invasion viel gelitten hat", Liegnitz: 9470 Menschen, Ritterakademie und Sitz der Niederschlesischen Regierung; Malitsch: "dem Königs von Bayern gehörig", Schweidnitz: Sitz des "Korrektions-Hauses" der Provinz; Kamenz: Zisterzienserkloster, "dessen Prälat Placisus Hoffmann ein guter Patriot ... ist", Zülz: die Hälfte der Einwohner sind Juden, Loewen habe "durch den im Mai des Jahres gewesenen Brand viel gelitten", Ohla ernähre sich vom Tabaksbau und dessen Fabrikation; Breslau: "Hauptstadt der Provinz, 66.819 Einwohner in 3388 Häusern. Hier ist nicht der Ort sich über diese Stadt auszulassen.", usw. - In Liegnitz ist ein Triumphbogenerrichtet: "Wir freuen uns Deiner Ankunft in Liegnitz", der König wird durch die Stadtverordneten begrüßt und durch die Burggasse zur Ritterakademie begleitet, wo ihn der Oberpräsidenten, die Behörden und Offiziere empfangen. Während der Tafel zieht der Kantor Rosenhain mit Sängern und Musikern durch die Stadt.

03.09.

Von Liegnitz zu den Truppenbesichtigungen nach Glatz (4.9.). Besichtigung des Schützenbataillons bei Prinkendorf.

05.09.

Von Glatz nach Neiße zur Truppenbesichtigung (6.9.).

07.09.

Von Neiße nach Cosel zur Truppenbesichtigung.

08.09.

Von Cosel nach Breslau. Hardenberg hatte dem König eine Anzahl von Personen zusammenstellen lassen, die "sich dazu eignen", dem König vorgestellt zu werden - neben Vertretern der Stände und der Behörden (z.B. "Friederici Bürgermeister und Kaufmann zu Schmiedeberg, einsichtsvoll, eifrig im Amte, tätig und rechtschaffend" vor allem Vertreter der Kaufmannschaft ("Weber Kaufmann zu Schmiedeberg, ein sehr reicher Kaufmann, unterrichtet im Handelswesen die Provinz; wohltätig"), des Bankwesens ("Moritz Banquier in Breslau, reich und als großer Kaufmann bekannt"), sowie der Justiz ("Justizrat Anders zu Grünberg, ein entschlossener Mann, besonders kundig der Geschichte und Verwaltung Schlesiens").

11.09.

Von Breslau über Grünberg nach Charlottenburg, Ankunft am 12.9.

23.09.

Überführung der Leiche der Königin aus dem Berliner Dom nach Charlottenburg mit einer Eskorte der Garden und dem Gefolge des Hofes. Beisetzung im dortigen Mausoleum. Danach geht der König nach Potsdam und zieht sich zurück. Wann er zum Jahresende nach Berlin zurückkehrt ist unklar, an 7.1.1811 ist er in Berlin.

15.10.

Eröffnung der Berliner Universität.

27.10.

Verordnung wegen der veränderten Verfassung aller oberen Staatsbehörden: Einrichtung des Staatsrats. Die Angelegenheiten des Kgl. Hauses werden dem Staatskanzler zugewiesen.

30.10.

Edikt wegen Einziehung der geistlichen Güter.

28.12.

Im Winter 1810/11 kommt es zu Aufständen in vier Kreisen Oberschlesiens aufgrund der Ausweitung der Konsumtionssteuer auf das Land.

 

 

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© Gaby Huch