Dr. Gaby Huch | Roedernstraße 49 b | 12623 Berlin | 0172 2736985 | gaby@huch.berlin
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1813

 

31.03. bis 01.04.

Besichtigung der Truppen.

02.04.

Abreise nach Kalisch zur Revue der russischen Truppen.

05.04.

Nach Breslau. Hier bleibt der Hof bis 12.04.

13.04.

Nach Steinau. In den Folgetagen Besichtigung der Truppen, die über die Oder gehen, in Anwesenheit des russischen Kaisers; großer Zapfenstreich.

16.04.

Rückkehr nach Breslau.

21.04.

Edikt zur Gründung des Landsturms.

22./23.04.

Von Breslau über Liegnitz, Hainau, Bunzlau nach Waldau, dann über von Görlitz, Reichenbach, Weißenberg, Bautzen, Bischofswerda zum "Weißen Hirsch vor Dresden".

24.04.

Einzug in Dresden. - "Gestern kamen der König und der Kaiser hier an. Es war ein großes Spektakel. Beide Monarchen hatten durchaus nicht im Schloss oder im prinzlichen Palais wohnen wollen. Der König wohnt im Racknitzschen Hause neben dem Japanischen Palais, weil er zugleich den Palais-Garten hat. Der Kaiser im Brühlschen Palais. Beide Monarchen stiegen im Brühlschen Palais ab, und da war große Cour. Es war einfache Präsentation, und mir war die Sache nur wichtig, weil ich bei dieser Gelegenheit mehrere Sachsen kennenlernte." (Schön)

27.04.

Hardenberg stellt dem König in Dresden den englischen Gesandten Stewart und Lord Catheart vor.

29.04.

Diner beim König - Abreise des russischen Kaisers zur Armee - Napoleon trifft in Naumburg ein.

30.04./1.05.

Über Freiberg, Chemnitz nach Penig, über Frohburg nach Borna und nach  Reda ins Blüchersche Hauptquartier.

02.05.

Schlacht bei Groß Görschen, abends nach Groitzsch.

03.05.

Von Groitzsch über Borna, Altenburg nach Penig.

04.05.

Über Chemnitz, Freiberg nach Dresden; Eintreffen des russischen Kaisers in Dresden.

08.05.

Abreise des russischen Kaisers ins Hauptquartier nach Bischofswerda; Ankunft Napoleons in Dresden.

09./10.05.

Über Radeberg, Pulsnitz, Bischoffswerda nach Bautzen (Hauptquartier).

12. bis 20.05.

Nach Würschen. - Die Behörden verlassen Berlin, auch viele Berliner verlassen die Stadt.

18.05.

Napoleon verlässt Dresden, um die verbündeten Truppen in der Nähe von Bautzen aufzusuchen.

21.05.

"vom Schlachtfelde nach Reichenbach".

22.05.

Über Görlitz nach Lauban (Hauptquartier).

23.05.

Nach Löwenberg.

24.05.

Nach Goldberg.

25.05.

Über Liegnitz, Neumark nach Breslau. Der Hof bleibt bis 29.05. in Breslau.

30.05.

Über Strehlen und Heidersdorf nach Schweidnitz, hier spricht Hardenberg den König.

31.05.

Nach Gröditz (Hauptquartier). Am 04.06. Zusammentreffen mit Hardenberg, am Folgetag Proklamation an das Volk.

07.06.

Nach Neudorf bei Reichenbach. Der König von Preußen und der Kaiser von Russland beziehen das Schloss von Peterswalde, das Hauptquartier ist in Reichenbach.

10.06.

Prinz Wilhelm schreibt an Prinzessin Charlotte: "Des Königs Plan ist nämlich folgender: er wird in einigen Tagen auf einige Tage nach Neiße kommen; dann oder noch vorher den Zobtenberg und Silberberg besuchen und dann in eines von den Grafschaft Glätzischen Bädern oder Brunnen gehen. Ihr alle werdet demnach ebenfalls, denk Dir, welche Freude, nach dem Glätzischen gehen, auf ein Landgut nahe bei dem Bade, wo Papa hingeht, von wo aus wir uns dann von acht zu zehn Tagen ablösen werden, weil es in dem Bade selbst wohl zu voll sein wird. Bei dieser Gelegenheit werden wird dann wohl alle mal wieder vereinigt sein. Welche Freude!" (Granier)

11.06.

Friedrich Wilhelm III. an das Militärgouvernement: "'Wenn die Redaktionen der Berliner Zeitungen in der Wahl, Darstellungsart und Prüfung der aufzunehmenden Artikel nicht sorgfältiger werden, so müssen diese Blätter allen Kredit verlieren."(Buchholtz)

15.06.

Von Neudorf über Frankenstein nach Neiße.

18.06.

Von Neiße nach Neudorf.

20.06.

Nach Glatz. In den kommenden Tagen hält sich der König an verschiedenen Orten auf - "Ein Herr von Zastrow aus Pommern ist hier, um dem König das Leidwesen der Pommern über den Waffenstillstand zu bezeugen, und alles zur Fortsetzung des Krieges zu offerieren. Ein braves Volk! Entgegengesetzt dem schlesischen Geiste. Schlesien, dass uns groß machte und das Napoleon jetzt schon den Österreichern angeboten hat, wird uns wieder kleinmachen, und dazu diese Hardenbersgche Anarchie!" (Schön)

29.06.

Nach Neudorf.

02.07.

Nach Landeck.

08.07.

Nach Neudorf.

09.07.

Nach Trachenberg. Zusammenkunft des Königs, des russischen Kaisers und des Kronprinzen von Schweden und der Abgeordneten Österreichs und Englands. (Wittgenstein)

13.07.

Nach Blumberg.

14.07.

Über Crossen (Besichtigung der Landwehr beim Umspannen) nach Potsdam, weiter nach Charlottenburg.

15.07.

Einzug in Berlin; Heerschau über das Corps des Generals von Bülow.

16. bis 22.07.

Der Hof ist in Charlottenburg. Am 19./20.7. Ausflug zur Pfaueninsel. Der König gibt 100 Tlr. Courant für die Hilfsbedürftigen in Berlin und 30 Frd'or für die Kranken im Lazarett zu Potsdam.

23.07.

Nach Blumenberg zur Truppenbesichtigung Landwehr.

24.07.

Nach Wohlau.

25.07.

Über Breslau nach Neudorf, von hier aus nach Grottkau (26.07.) und Osseck (28.07.) zur "Revue über Russische Garde-Kavallerie".

29.07.

Nach Neiße.

30.07.

Nach Landeck. Unterkunft beim Badearzt Dr. A. Foerster, Abreise am 04.08..

05.08.

Nach Niemtsch.

06.08.

Nach Neudorf.

08.08.

Nach Gröditz.

09.08.

Nach Freiburg, Landshut, Plasdorf.

10.08.

 Nach Neudorf. - "Diese Zeit  [seit dem 23.7.] hatten Kaiser Alexander und der König benutzt, um täglich über die einzelnen Abteilungen der verbündeten Armee Heerschau zu halten; der König hatte außerdem die Landwehren gemustert und die Festungen Schweidnitz, Silberberg, Kosel, Glatz und Neisse und die festen Lager bei den letztgenannten Städten besichtigt." (Cohnfeld) - Ende des Waffenstillstands

11.08.

Beitritt Österreichs zur Koalition gegen Napoleon.

12.08.

Nach Landeck.

17.08.

Über Glatz, Königgrätz nach Chlumetz.

18.08.

Über Kolin nach Prag. - Empfang durch den österreichischen Kaiser vor der Stadt.

19. bis 21.08.

19. bis 21.08. Revue der österreichischen Armee bei Prag.

22.08.

Eintreffen bei der "Böhmischen Armee" in Komotau.

23.08.

Schlacht bei Großbeeren.

24.08.

Nach Teplitz.

25.08.

Über Peterswald nach Zehist, über Dohna nach Dresden, über Pirna zurück nach Zehist.

26.08.

 "Recknitzer Höhen" - Schlacht an der Katzbach.

27.08.

Von den "Recknitzer Höhen nach Dipoldiswalde.

28.08.

Nach Teplitz. Hardenberg ist seit dem 27.07. anwesend, auch der österreichische Kaiser und Metternich sind bereits in Teplitz. In den folgenden Tagen finden Truppenbesichtigungen statt. Am 03.09. trifft W. v. Humboldts in Teplitz ein, in den folgenden Tagen Konferenz Hardenbergs mit Metternich und Nesselrode.

06.09. bis 05.10.

Der König an Prinz Wilhelm: "Ich muss Euch gehorsamst vermelden, dass ich nunmehr schon wieder eine Mérite mehr am Knopfloch zu bammeln habe, seitdem ich von dem Kaiser von Österreich ganz unerwartet das Theresienkreuz erhalten habe. Ich verbitte nicht, sondern erwarte vielmehr eine pflichtmäßige Gratulation. Wie sonderbar es sich für mich trifft jetzt hier in Teplitz zu sein, aber welcher Kontrast?! gegen das vergangene Jahr. Ich benutze die Gelegenheit und bade täglich, heute schon zum 13. Male, Fritz hat seine große Freude an diesem Bade." (Granier) - der König gibt 200 Tlr. Courant für das Lazarett in Teplitz.

07.09.

Hardenberg - Konferenz mit Metternich, Nesselrode und W. v. Humboldt wegen der Allianz.

09.09.

Allianzvertrag von Teplitz zwischen Preußen-Österreich-Russland.

20.09.

Hardenberg und W. v. Humboldt zum Essen beim König - "Im Hauptquartier war man … auf einen Hauptangriff gefasst. Vom 12. an blieben die Bagagen fertig gepackt, um auf den ersten Wink zurückgeschickt zu werden. Der König besichtigte täglich die Stellung der Truppen und wohnte den meisten Vorpostenaffären bei. Täglich ging der Ritt nach Graupen, Nollendorf, Kulm, dem Geiersberge usw." (Sophie Schwerin, aus dem Brief ihres Mannes)

27.09.

Feier des Krönungsfestes des Kaisers von Russland.

01.10.

Revue über einen Teil der Armee von Benigsen.

05.10.

Abreise des Kaisers nach Komotau.

10.10.

Von Teplitz über Peterswald nach Zehist (Hauptquartier). - "Er [der König] ließ in dieser Gegend eine beinahe schwärmerische Anhänglichkeit, besonders unter dem Landvolk zurück. Man betrachtete ihn wir den Schutzengel dieses Landes, der dem mächtig eindringenden Feind seine Pässe verschlossen gehalten hatte; - einzeln gespendete Wohltaten vermehrten diesen Eindruck; - wo der König sich blicken ließ, ertönte ihm ein einstimmiges Vivat, und warme Liebeswünsche begleiteten den 'ritterrlichen König', wie man ihn damals so oft nennen hörte." (Sophie Schwerin)

11.10.

Nach Borten (vor Dresden), Hauptquartier im Flemmingschen Schloss.

14.10.

Nach Freiberg.

15.10.

Nach Altenburg.

16. bis 19.10.

Nach Borna. Auf dem "Monarchenhügel" Vereinigung sämtlicher Armeen, 16.-19.10. Völkerschlacht von Leipzig, Napoleon unterliegt den Alliierten.

20./21.10.

In Leipzig bezieht der König eine Wohnung auf dem Markt. Besuch des Schlachtfeldes, "wo die Bildes alles Jammers und Elends sich häuften". Der König "sucht(e) vor allem soviel als möglich Anstalten zu treffen, um dem in der Stadt und Umgegend verbreiteten Elend Schranken zu setzen und wenigstens für Unterbringung aller Kranken und Verwundeten und Wegschaffung der Toten zu sorgen". Zugleich hatte er "unendlich viel Personen anzunehmen und abzuweisen, die nach dieser Krisis gern wieder für Anhänger der guten Sache gegolten hätten, nachdem sie dem Tyrannen lange genug und zum Teil sehr con amore gedient hatten. Auch der Kronprinz von Schweden stattete dem König einen Besuch ab, der sogleich erwidert ward. Von dem König von Sachsen ward wenig oder gar keine Notiz genommen." (Sophie Schwerin) - Nach der Völkerschlacht Festgottesdienst in Berlin: Dabei kam es zu solch einem Andrang, dass "die Königlichen Prinzessinnen nur mit der äußersten Mühe durch die Tür der Tribüne haben gelangen können, auch drängten sich während des Gottesdienstes selbst viele Personen mit Gewalt in die Tribüne und das Gedränge wurde so arg, dass eine fremde Frauensperson in Ohnmacht fiel, eine große Störung versursachte und Ihre Königlichen Hoheiten in eine lebhafte Unruhe versetzte." (Schwerin)

24.10.

Über Charlottenburg nach Berlin. "Der König wurde mit einem außerordentlichen Jubel empfangen; Seine Majestät stiegen am Dom ab, wo Höchstdieselben an der Kirchentüre von der Königlichen Familie empfangen wurden. Es war ein feierliches Te Deum. Des Abends wurde eine Oper aufgeführt, wo Seine Majestät von dem Publikum abermals mit reiner Freude empfangen wurden, die mit nichts zu vergleichen ist. Die ganze Stadt war illuminiert. Den folgenden Tag war großes Diner in Charlottenburg." (Cohnfeld)-  Er schenkt  60 Frd'or. für das Lazarett in Potsdam, 2.000 Tlr. Courant für das Lazarett in Berlin und am  100 Tlr. Courant den Armen in Berlin.

25.10.

Ankunft des Königs von Sachsen, der vorläufig im Schloss Schwedt wohnen soll.

29./30.10.

Über Grünberg nach Breslau, wo der König "unter dem Geläute aller Glocken und dem Zujauchzen der Menge eintraf" (Cohnfeld). In den folgenden Tagen Besuch der Lazarette. Der König gibt 1.500 Tlr. Courant für das Lazarett in Breslau und am 6.11. 20 Frd'or. dem Hofprediger Sack für die verwundeten Krieger.

31.10.

Auflösung des Rheinbundes.

05.11.

Ankunft in Berlin.

08.11.

Der König reist weiter ins Hauptquartier nach Weimar. - Wilhelm schreibt an Charlotte: "Unsere Reise war fatigant; um 8 Uhr kamen wir hier an. … Um 8 Uhr abends kamen wir nach Fraustadt, welches illuminiert war; an einem Fenster war ein Transparent: Heil Alexander, Heil F. W. III., Heil Franz, Heil Blücher. Um 9 Uhr kamen wir unter Jubelgeschrei nach ... (den 7.) Grünberg ganz taumelnd ... den 5. um 5 Uhr fuhren wir wieder ab ... unterwegs wurden wir natürlich hinreichend mit Getränken versehen. In Falkenhagen bei Fr. von Alvensleben gab es Bouillon mit Eier und gebratene Kartoffeln ... Um 8 Uhr kamen wir hier an. ... Gestern war Diner in Charlottenburg. ... Nach Tisch geht's gen Potsdam, Morgen nach Acken, 9. nach Lützen, 10. vor Erfurt, 11. nach Eisenach." (Granier

10.11.

In Weimar Besuch des Hofes, auch die Großfürstinnen Katharina und Anna, Schwestern von Maria Pawlowna, sind anwesend. In Erfurt erteilt der König der Akademie der Wissenschaften das Recht, sich künftig "Königliche Akademie der Wissenschaften" zu nennen und wird ihr Protektor - zugleich werden Helden der Befreiungskriege und Staatsreformer Ehrenmitglieder (Barclay de Tolly, Blücher, Boyen, Gneisenau, Hardenberg, Fürst v. Schwarzenberg, Freiherr vom Stein, der Herzog von Wellington).

11.11.

"Heute Mittag 12 Uhr kamen unter dem Namen eines Grafen von Ruppin Seine Majestät der König von Preußen hier [Gotha] an und setzten, nachdem Allerhöchstdieselben sich mit unsers gnädigst residierenden Herzogs Durchlaucht, Höchstwelcher ihm im Posthause seine Ehrfurcht bezeigte, eine halbe Stunde lang freundschaftlichst unterhalten hatten, unter allgemeinem Vivatrufen des Volkes ihre weitere Reise nach Eisenach fort." (Gothaische Zeitung) - "Nach 10 Uhr trafen Seine Majestät der König von Preußen im Gasthofe zum Mohren  ein, Serenissimus fuhren sogleich dahin und unterhielten sich so lange mit Seiner Majestät ,bis Allerhöchstdieselben nach der Umspannung ihre Reise weiter fortsetzten." (Fourierbuch des Gothaer Hofes)

14.11.

Ankunft in Frankfurt am Main. Wilhelm schreibt an Charlotte am 15.11.: "Man wollte Papa feierlich empfangen; ein großer Feind von allen dergleichen Sachen, prevenierte er die Kaiser und kam, statt gestern früh, schon vorgestern Abend. Wir wohnen im Darmstädter Hof auf der Zeile, wo ein ewiger Lärm ist, der Kaiser Alexander daneben im Schweizerischen Hause, der Kaiser Franz um die Ecke rum im Taxis'schen Palais." (Granier)

 

"Die Könige, Großfürstinnen, Herzöge nicht einmal gerechnet, hatten sich eine Legion kleiner Fürsten und Potentaten in Frankfurt versammelt. Alles wollte den neuen Machthabern huldigen, die alte Treue in Erinnerung oder früheres Unrecht in Vergessenheit bringen. ... Bei dem allgemeinen Drängen nach Preußens Schutz und Fürsprache ward die Vorstube des Königs nie leer und es war keine geringe Last für die diensttuenden Adjutanten, hier oft die vornehmsten wie die dringendsten Gesuche abzuweisen. ... Solch ein Sejourtag verstrich unter einem beständigen Empfangen, Konversieren, Hinhalten, Wegkomplimentieren der verschiedensten Gäste, in Lesen und Beantworten von Billets, Annehmen und Anbringen von Bittschriften, Anberaumung von Audienzen, die es dem König ebenso verdrießlich war, zu halten, als zu verweigern. ... ' Eine vortreffliche Schule gegen die Sprechfaulheit und die Konversationsabneigung', nannte Wilhelm diese Sessionen ... Die übrige Zeit ging mit Meldungen, Zeremonien, Besuchen der hohen Häupter untereinander, Präsentationen, Spaziergängen, Paraden usw. hin ..." (Sophie Schwerin)

16.11.

Beginn des Aufbruchs der Monarchen. - "Der Aufenthalt in Frankfurt war nun für den König weit stiller geworden, und diese Zeit bot auch in politischer Hinsicht wenig Interesse." (Sophie Schwerin)

20.11.

Wilhelm an Charlotte: "Alle Morgen gehen wir hier auf die Wachtparade der russischen und preußischen Garden. Dann wird spazieren gegangen von 12 bis gegen 1/2 2. Diner. Des Abends Komödie oder Tee. … Neulich auf dem Ball wurde hier der schöne Walzer gespielt. … Die Polonäse hören wir alle Tage. Man sollte eher glauben, wir lebten hier im Frieden als im Krieg, und der Feind steht doch nur vier Meilen von hier." (Pagel)

21.11.

Diner beim Kaiser Franz zu Ehren des Königs von Württemberg.

22.11.

Nach Hanau, "wo wir den Großfürstinnen unsern Kratzfuß gemacht hatten". (Granier)

26.11.

Mit dem Kaiser Alexander Besuch des Großherzogs in Darmstadt.

30.11.

Nach Wiesbaden. Wilhelm an Charlotte: "Als wir ankamen um 3 Uhr versammelte sich das ganze Hauptquartier, Papa entließ sie gleich. Er ging mit uns um die Badeanstalten zu besehen. Das Wasser ist heißer als das Töplitzer." (Granier)

01.12.

Revue bei Mosbach, Erbenheim, Hochheim,  Besichtigung des Yorkschen Corps "im Angesicht des Rheins vor Mainz". (Granier)

03.12.

Fest des Semenowschen Garde-Regiments. -  Wilhelm an Charlotte: "Seit einigen Tagen hat sich hier sehr viel Beschreibendes zugetragen. 1, unser Besuch in Darmstadt 2, der Ball und die Revuen von Wiesbaden und 3, heute, das Fest des Semenowschen Regiments. Der Darmstädter Hof ist der etikettenreichste und steifste den man sich denken kann. Der Großherzog gleicht außerordentlich der seligen Groß-Mama Sie ... fiel Papan wie ein kleines Kind beim Wiedersehen um den Hals. ... Vorstellung des Hofes; Diner. Uns dreien war sogleich bei der Ankunft jedem ein Offizier zur Aufwartung gegeben, die uns bei jedem Schritt verfolgten!!! recht was für uns!!! Die hohen Herrschaften erhielten Pagen von allen Alters zur Aufwartung, welche erst drei Tage vorher angenommen und Tag und Nacht einexerziert worden waren. Ich glaube, sie waren geschminkt. Das Diner dauerte sehr lange und war sehr langweilig. Nach Tisch wurde den hohen Herrschaften unter Voraustretung von 7 Hofchargen -  - eine Tasse Kaffee gereicht. ... Zuletzt fuhren wir mit Läufern, so Fackeln trugen, zu den Thron-Erben zum Abschied. Von dort zurück nach Frankfurt, wo wir um 1/2 9 Uhr ankamen." (Granier)

06.12.

Ordensverleihung durch Kaiser Alexander; Diner beim Kaiser Franz.

07.12.

Ankunft der Prinzessin Charlotte in Berlin; an Wilhelm: "Du weißt vielleicht, dass man uns mit vielen Pomp einholen wollte, daß es aber Wittgenstein weislich abwies." (Granier)

09.12.

Der König schreibt an Charlotte: "Für mich persönlich ist dieser Ort [Frankfurt] und Gegend ein klassischer Boden. Dass Vergangenheit und Gegenwart mir zu ernsten Betrachtungen oft genug Veranlassung gibt, kannst Du Dir leicht denken. ... Hier ist ein ewiges Treiben und Tribulieren, Paraden, Fremde, Kuren, Visiten ohne Ende, Schmäuse etc. Heute gibt Uwaroff [eigentlich der Kaiser Alexander] ein brillante Fete, auf der ich aber nicht werde erscheinen können, da ich eine gewaltig dicke Backe seit ein paar Tagen ergattert habe." - "Sonntag wird in Wiesbaden zur Feier [von] Blücher's Namenstag auch ein Ball sein." (Granier)

11.12.

Abreise des österreichischen Kaisers.

12.12.

Abreise des russischen Kaisers und Abmarsch der russischen Garden; Empfang einer Abordnung der Stadt Thorn.

13.12.

Abmarsch der preußischen Garden.

15.12.

Wilhelm an Charlotte: "Hier ist es schon recht leer; der Kaiser und die Garden und die Großfürstinnen sind alle fort. Morgen geht das Preußische Hauptquartier; Papa für seine Person bleibt noch bis zum 28. und folgt dann nach Freiburg in der Gegend von Basel. Ich gehe mit ihm; Fritz ein paar [Tage] vor uns. ... Vor einigen Tagen haben wir einen Ball in Darmstadt gehabt. Er war zu unserer aller Freude und Verwunderung ganz etikettenlos und munter. ... Der Ball war dem Kaiser zu Ehren." (Granier)

25.12.

Stiftung einer Medaille für "alles Militäir … welches die Champagne mitgemacht hat". (BPH, Rep. 49 F 25)

31.12.

Abreise über Darmstadt, Bensheim, Heppenheim, Weinheim nach Heidelberg.

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