Dr. Gaby Huch | Roedernstraße 49 b | 12623 Berlin | 0172 2736985 | gaby@huch.berlin
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1819

01.01.

Der König ist in Potsdam und besucht den Gottesdienst in der Garnisonkirche. Nach der Wachtparade und einem Spaziergang nach Sanssouci findet das Diner im Bronzezimmer statt. "Wie gewöhnlich erschienen die Halloren mit ihrem Gedicht, den Eiern, der Wurst und dem Salz. Eine alte Gewohnheit, die mir immer viel Freude macht, dass sie beibehalten wird", schreibt Prinz Wilhelm an Charlotte.

02.01. bis 09.01.

Der König ist in Berlin du wohnt am 03.01. der Einweihung der Marienkirche bei, für deren Wiederherstellung er 15.000 Tlr. angewiesen hatte. Am 06.01. findet das Bohnenfest im Lindenpalais statt.

09.01.

Zur Parade nach Potsdam.

10.01.

Die Angelegenheiten des Königlichen Hauses und die Hofsachen werden auf Fürst von Wittgenstein übertragen.

11.01.

 

12.01.

Nachricht vom Ableben der Herzogin von Württemberg.

17.01.

Ordensfest - "… damals ward die Feier noch nicht im Schloss, sondern im Dom kirchlich begangen, und von da aus wallfahrtete der lange Zug der Ritter zu Fuß … nach dem Schloss hin. Dort gab der König in den langen kalten Galerien den Hoffähigen ein Bankett, wobei die nicht hoffähigen Ritter, nachdem auch sie gespeist worden waren, ihre Aufwartung machen durften." (Bernstorff)

20.01.

Durchreise der russischen Kaiserin Elisabeth

26.01.

Parade Unter den Linden.

27.01.

Ankunft des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

29.01.

Probeerleuchtung der Charlottenburger Chaussee. Ball im Opernhaus. In den folgenden Wochen wechseln sich Bälle und andere Feierlichkeiten am Hof und bei den Ministern aus Anlass des Karneval ab.

06.02.

Ankunft des Erbprinzen und der Erbprinzessin Paul von Mecklenburg-Strelitz, des Herzogs und der Herzogin von Cumberland.

11.02.

Der König besichtigt das Modell zur Luther-Statue im Atelier von Schadow.

17.02.

Ball des englischen Gesandten Rose zu Ehren des anwesenden Herzogs von Cumberland, an dem auch der König und die königliche Familie teilnehmen. Der König hat zu dieser Gelegenheit den Orden vom blauen Hosenband angelegt.

19.02.

Ankunft des Herzogs und der Herzogin von Dessau, die im Schloss wohnen.

21.02.

Ankunft des Herzogs Gustav von Mecklenburg, Wohnung im Schloss.

23.02.

Der König notiert in seinem Tagebuch: "Kron-Juwelen-Diner".

28.02.

Abreise des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

04.03.

Parade der Garnison vor dem Palais und dem Schloss. Abreise des Prinzen Gustav von Mecklenburg. Am Mittag geht der König zur Parade nach Potsdam.

05.03.

Parade in Potsdam (Rekrutenbesichtigung) in Anwesenheit aller Prinzen und Prinzessinnen, des Herzogs von Dessau, des Erbgroßherzogs von Schwerin und Gemahlin und des Prinz Paul. Erst am 08.03. erfolgt die Rückkehr nach Berlin.

16.03.

Ankunft des Herzogs von Anhalt-Köthen nebst Gemahlin, sie wohnen im Schloss.

22.03.

Abreise des Herzogs von Anhalt-Köthen nach Potsdam (für 2 Tage). Der König begibt sich "mit einem Teil der Königlichen Familie ebenfalls auf einige Tage nach Potsdam." (BPH, Rep. 49 J 456)

24.03.

Der König schreit an Charlotte: "Wir besuchen heute die Pfaueninsel, um mehrere dort angekommene Rekruten aus dem Tierreiche als Kängurus etc. zu besichtigen und einen Platz auszumitteln, um einen Russischen Rollberg anzulegen."

26.03.

Rückkehr nach Berlin. Besuch der Menagerie und der Gemäldesammlung von Frauenholz.

28.03.

Staatskanzler Fürst von Hardenberg gibt dem Herzog von Cumberland ein Essen, zu dem auch "der Kronprinz und die übrigen Königlichen Prinzen nach eingeholter Erlaubnis Seiner Majestät mit eingeladen waren." (Wittgenstein)

30.03.

Parade der Garnison unter den Linden. Diner für sämtliche Stabsoffiziere im Palais.

07.04. bis 11.04.

Der König geht nach Potsdam. Am 07.04. Kommunion mit der Garnison

12.04.

Besuch auf der Pfaueninsel und Rückkehr über Charlottenburg nach Berlin. Auch in den nächsten Tagen werden Ausflüge nach Potsdam, auf die Pfaueninsel und nach Paretz (25.04.) gemacht.

27.04.

Korps-Manöver auf dem Tempelhofer Feld.

28.04.

Geistliche Musik der Md. Milder in der Dreifaltigkeitskirche.

06.05.

Korps-Manöver auf dem Tempelhofer Feld.

07.05.

Exerzieren des Garde-Regiments.

12.05.

Beginn der Manöver zwischen Spandau und Charlottenburg.

15.05.

Huldigungfeier in Remagen aufgrund der Inbesitznahme des Herzogtums Niederrhein durch Preußen. Die Proklamation Friedrich Wilhelms III., "unseres väterlichen Regenten", wird dabei "laut und vernehmlich" verlesen. (LHA Koblenz, Bestand 635 Stadt Remagen, Nr. 349)

16.05.

Korps-Manöver. Der König schreibt an den Kronprinzen, er wünsche, dass er ihn vor der Revue in Schlesien auf seiner Reise nach Pommern begleite. (BPH, Rep. 50 D 2 Nr. 3)

20.05.

Korps-Manöver auf dem Tempelhofer Feld.

21.05.

Nach Potsdam. Besichtigung der Rekruten und der Remonte.

22.05.

Nach dem Besuch der Pfaueninsel am Folgetag Rückkehr nach Berlin.

27.05.

Bei einem ländlichen Fest auf der Pfaueninsel hat der König einen Unfall. Die für die Zeit vom 28.06. bis 13.07. geplanten Truppenbesichtigungen in Pommern werden durch den Kronprinzen und die Prinzen abgehalten.

28.05. bis 27.06.

Der König kehrt von der Pfaueninsel zurück und bleibt in Berlin.

27.06. bis 30.06.

Ausflüge zur Pfaueninsel und nach Paretz.

01.07. bis 07.07.

Der König ist in Charlottenburg. Ankunft des Markgrafen Wilhelm von Baden. Graf Stolberg-Stolberg vermählt sich mit Gräfin Luise Stolberg in der Kapelle.

04.07.

Brigademanöver vor dem Landsberger Tor

08.07.

Potsdam.

09.07. bis 30.07.

Von Potsdam Abreise zur dreiwöchigen Badekur in Teplitz. Ankunft am 10.07. Der Reiseküchenmeister schreibt an das Hofmarschallamt: "Auch zeige ich hiermit ganz gehorsamst an, dass ich zwischen Großenhain und Dresden das Unglück hatte mit dem Küchenwagen umgeworfen zu werden, für mich, meinen Bruder und den Bratenspicker Junge ist es so ziemlich glücklich abgelaufen, indem wir mit kleinen Konfusionen davon gekommen sind, jedoch ist der Silberbursche Fürstenberg am meisten beschädigt, da der linke Arm eingesplittert sein soll, und er in dem Bande tragen muss, folglich auch keinen Dienst tun kann."

27.07.

Unterredung mit Metternich. - "Zur Zeit des Aachener Kongresses mochte noch eine wirkliche Volksvertretung, etwa nach Humbodtschem Plan, im Bereich des Möglichen scheinen. Die Gefahr glaubte der Fürst, der das gewissenhafte Festhalten des Königs an dem einmal verpfändeten Wort kannte, am wirksamsten durch einen Plan zu bekämpfen, dessen Verwirklichung ihm ja auch für Österreich damals vorschwebte; durch den Vorschlag eines kleinen ständischen Ausschusses der künftigen Provinziallandtage, der durch Mitglieder des Staatsrates erweitert werden könnte. Auf diese Idee, die Metternich zunächst, November 1818, dem Fürsten Wittgenstein mitgeteilt, die er mit Nachdruck zu Teplitz im folgenden Jahre vertreten hatte, griff man nun in Preußen zurück, und so verändert hatten sich nach einem Jahrzehnt des Stilstandes die Maßstäbe, dass nun viel war, was damals wenig, und fortschrittlich ein - längst wieder aufgegebener - Metternichscher Gedanke! ... Aber der König selbst? Er hatte sich mit den Jahren nur immer noch mehr in sich zurückgezogen ... selten einmal begegnet seine Hand in den schattenhaften Bleistiftstrichen einer Randnotiz. Dass aber von ihm in höherem Maße als zu Steins und Hardenbergs Zeiten doch alle wichtigeren Entscheidungen ausgehen, werden wir uns gegenwärtig zu halten haben, wenn im Folgenden die Rolle Wittgensteins plastisch hervortreten wird. Es ist ein Mangel der Überlieferung, wenn der König, über dessen vertrauliche Unterhaltungen kein Gerlachsches Tagebuch Auskunft gibt, dabei notgedrungener Weise in den Hintergrund tritt." (Dehio, L., Wittgenstein und das letzte Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III., in: FBPG 35 (1923), S. 218f.)

31.07.

Rückreise. In Begleitung des Generaladjutanten nach Pillnitz zum Diner beim König von Sachsen. Ankunft auf der Pfaueninsel am 01.08.

02.08.

Zum Geburtstag des Königs findet ein Diner mit dem Großherzog von Mecklenburg statt.

03.08.

Parade der Garnison unter den Linden. Diner für sämtliche Stabsoffiziere im Palais. Der König bleibt mit wenigen Unterbrechungen (Ausflüge zur Pfaueninsel und nach Paretz) bis 31.08. in Charlottenburg.

08.08.

Parade des Garde-Kavallerie-Regiments zu Pferde im Lustgarten. Nach einem Ausflug zum Pfingstberg Diner in den Neuen Kammern für das Offizierskorps.

20.08.

Beginn der Manöver bei Charlottenburg.

22.08.

In Spandau finden Versuche mit Brandraketen statt.

01.09.

Abreise nach Schlesien zur Revue.

02./03.09.

Breslau.

04.09. bis 09.09.

Kapsdorf. Durch Starkregen sind die Flüsse angestiegen, so dass 06.09. das Manöver abgesagt werden muss. Am 07.09. ist der König in Breslau, am 08.09. in Glogau, am 09.09. geht es nach Berlin. Hier findet die Trauung der jüngsten Prinzessin Carolath mit Graf Haugwitz in der Schlosskapelle statt.

10.09.

Von Berlin nach Charlottenburg. In den nächsten Tagen finden die Korps-Manöver in der Hasenheide statt.

14.09.

Die Catalani gibt ein Konzert.

15.09.

Nach Potsdam. Am 16.09. marschieren die Truppen ein.

17.09.

Nach Charlottenburg. Einrücken der Potsdamer Garnison nach Berlin.

18.09.

Ankunft Fritz von Oranien.

19.09.

Ankunft des Erbprinzen und Prinzen Paul von Mecklenburg-Schwerin. Parade auf der Charlottenburger Chaussee bis Unter den Linden und Diner für sämtliche Stabsoffiziere in der Bildergalerie.

20.09.

Beginn der Herbstmanöver mit den Korps-Manövern in der Hasenheide.

23./24.09.

Paretz.

25.09.

Nach Charlottenburg (bis 12.10.). Hier gibt die Catalani an den folgenden Abenden mehrere Konzerte.

28.09.

Besichtigung des Polygons auf dem Artillerieexerzierplatz.

13.10. bis 16.10.

Nach Paretz, Potsdam und zur Pfaueninsel.

16.10.1817

Rückkehr nach Berlin zu den Herbstmanövern.

20.10.

Besuch der Werkstätten von Rauch und Wach

28.10.

Konfirmation des Prinzen Karl in der Charlottenburger Schlosskapelle.

29.10.

Kommunion des Prinzen Karl im Dom.

17.11.

Besuch des optischen Theaters von Gropius.

28.11.

Nachricht vom Ableben des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin.

03.12.

"Diese Woche ist hier wieder die Tanzwoche, Montag bei Bülow, Mittwoch bei Lottum, Donnerstag bei Kircheisen und Sonnabend bei Schuckmann. Dienstag ist Spiel-Soiree bei Wittgenstein. Wir besuchen jetzt auch diese Gesellschaften, was sehr angenehm ist, weil man doch die Menschen zu sehen bekommt und vorzüglich wegen der Gesandten. ... Aller Augen sind jetzt auf die politischen Ereignisse gerichtet, teils, welches Heil uns von Wien zu erwarten stehet. Sollte es gegründet sein, wie man behauptet, dass man dort damit umgehen soll, die Landwehren in Deutschland aufzulösen, so ist das für uns ein harter Stoß; denn unser ganzes Landwehrprinzip ist auf ein formidables Heer mit den geringsten Kosten (die dennoch enorm sind) berechnet. Ohne ein formidables Heer können wir aber nicht existieren, wenn wir unsere Stellung als Hauptmacht erhalten wollen. Ist also den Landwehren der Untergang geschworen, so sehe ich uns in folgender Alternative: Entweder wir verstärken unsere Linienarmee in dem Maße, dass sie mächtig genug ist, dem Auslande zu imponieren, und dann sind ungeheure Summen erforderliche; oder wir beschränken uns aus Mangel an Geld auf eine kleine Armee und treten damit in die Kategorie der 2. Mächte zurück. - Wahrlich keine erfreuliche Aussicht für jemand, der sein Vaterland zu dieser Höhe hat steigen sehen und die politische Wichtigkeit Preußens erkannt hat!"

14.12.

Prinz "Wilhelm verwundet sich selbst bei Lanke auf der Jagd." (BPH)

22.12.

Konfirmation der Prinzessin Alexandrine in der Schlosskapelle.

23.12.

Kommunion der Prinzessin Alexandrine. Der Hof verbringt das Jahresende in Berlin. Zum Jahreswechsel ist der König in Potsdam.

 

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© Gaby Huch