Dr. Gaby Huch | Roedernstraße 49 b | 12623 Berlin | 0172 2736985 | gaby@huch.berlin
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1821

01.01. bis 03.01.

Das neue Jahr beginnt mit einem Diner im Bronzezimmer. Die Regierung zu Erfurt schreibt in ihrem Neujahrswunsch: "dass Allerhöchstdieselben auch in dem folgenden Jahre sich von der unwandelbaren Treue überzeugen mögen, mit welcher sie den ihr angewiesenen Standpunkt behauptet, und unter allen Umständen die Pflicht richtig zu erfüllen bemüht ist, welche ihr von Eurer Majestät auferlegt worden und nur dem Wohle des Staates gereicht sind." Am 02.01. geht es zu Fuß nach Bornstedt, Belvedere und durchs Neue Palais zurück. Am 03.01. kehrt der König nach einem Ausflug nach Bornstedt nach Berlin zurück.

06.01.

Bohnenfest im Prinzessinnenpalais

13.01.

Ankunft des Erb-Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz

18.01.

Krönungs- und Ordensfest im Dom. Im Anschluss findet ein Diner in der Bildergalerie des Schlosses statt.

20.01. bis 22.01.

Potsdam.

23.01.

Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz. Zweites Bohnenfest im Prinzessinnenpalais.

26.01.

Generalprobe des FestspielsLaala Rookh  im Weißen Saal.

27.01.

Aufführung des Festspiels Laala Rookh aus Anlass der Anwesenheit des Großfürsten Nikolaus und seiner Gemahlin, der Großfürstin Charlotte, unter Mitwirkung der ganzen Hofgesellschaft im Weißen Saal des Berliner Schlosses mit ca. 3.000 Personen.

30.01.

Prinz Wilhelm schreibt an Natzmer: "In welchem Trubel wir seit 14 Tagen waren, begreifen Sie, da Sie öfters Präparatifs zu Quadrillen erlebten; doch ist fast niemals eine so allgemeine Lebendigkeit in der Stadt gewesen als diesmal, da alles sehr rasch beschafft werden musste. Die Equipagen rollten den ganzen Tag von einem Laden zum andern; nur hier fand man die beau monde, nirgends auf den Promenaden. Das war einzig, aber das Resultat dieser großen Anstrengungen würdig. Der Maskenzug war magnifik, sowie die ganze Fête wahrhaft königlich. Die Zeitung liefert das Programm zur Quadrille. Die Idee, Tableaux bei einer solchen Gelegenheit dazustellen, war neu und entsprach den gehegten Erwartungen. ... Überhaupt ist Berlin sehr brillant dies Jahr; auch sind eine Menge vornehmer Gäste gekommen: Putbus nebst Frau, Sulkowsky, Fürst Lynar nebst Frau. Chateaubriand ist angekommen; er gefällt. ... Nikolaus hat uns verlassen. Er denkt zum 30. März von Petersburg zurückzukommen, wo das Monument auf dem Tempelhofer Berge eingeweiht werden soll." (Berner)

02.02.

Erleuchtung des Konzertsaales im Neuen Schauspielhaus.

04.02.

Gala-Hofball ("Zopfball") im Rittersaal. "Den 4. Februar haben die gewöhnlichen Karnevals-Lustbarkeiten mit einer sogenannten Polonaisen-Cour ihren Anfang genommen." (BPH, Wittgenstein)

10.02.

"Heute ist zum ersten Mal in dem Konzertsaal des neuen Komödien-Hauses eine sogenannte unmaskierte Redoute gegeben worden. Seine Majestät und die Königliche Familie waren gegenwärtig." (BPH, Wittgenstein)

11.02.

Wiederholung des Festspiels vom 27.01. im Weißen Saal´.

13.02.

Abreise des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

14.02.

Besuch in Schadows Atelier, wo die Statue des Luthers in Bronze für Wittenberg entsteht. Die Grundsteinlegung war 1817 erfolgt. Der Aufstellung des Denkmals in Wittenberg am 31.10. wird der König nicht persönlich beiwohnen. Der Zeitungsbericht über die Reformationsfeier 1817 (StA Wittenberg Nr. 62, Bl. 43-45v) hatte über eine schlechte Stimmung bei der Anwesenheit des Königs aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Stadt berichtet.

17.02.

Subskriptionsball im Saal des Schauspielhauses. Nachrichten aus Leibach treffen ein: "Nach Nachrichten, die gestern von Leibach eingegangen sind und nach welchen der König von Neapel diese Stadt bald verlassen wird, um sich vorerst nach Florenz zu begeben, haben Seine Majestät beschlossen, die nach Leibach beabsichtigte Reise aufzugeben, besonders da der eigentliche Grund, weshalb solche vorzüglich unternommen werden sollte, nur eine politische Anstandsreise war, indem Seine Majestät mit den beiden Kaisern während des Aufenthalts in Troppau über die Grundsachen wegen der Behandlung der Neapolitanischen Angelegenheiten schon einverstanden waren." (BPH, Wittgenstein)

22.02.

Ball im Prinzessinnenpalais zur Feier des Geburtstages der Prinzessin Alexandrine.

27.02.

Alexander-Fest im Schauspielhaus.

01.03.

Nachricht vom Ableben des Kurfürsten von Hessen.

02.03.

Der Geburtstag der Herzogin von Cumberland wird mit einem Diner in der Galerie begangen. Der König kann zur großen Tafel wegen einer Erkrankung nicht erscheinen. Auch am Subskriptionsball am folgenden Tag nimmt der König deshalb nicht teil.

18.03.

Diner in der Galerie des Palais zu Ehren der Radziwillschen Silbernen Hochzeit. Ankunft des Großfürsten Nikolaus aus St. Petersburg.

21.03.

Abreise des Großfürsten

22.03.

Geburtstag des Prinzen Wilhelm. Dejeuner dinatoire für die Familie, den Hof, und die ersten Militär- und Zivilbehörden, am Abend findet ein Ball im Prinzessinnenpalais statt.

23.03.

Erster Besuch mit der Königlichen Familie in Potsdam, Rückkehr nach Berlin am 26.03. Der Aufenthalt wird von nun an abwechselnd in Berlin und in Potsdam sein." Auch "der Großfürst Nikolaus und seine Gemahlin waren noch immer am Hofe anwesend, der den Frühling teils in Potsdam, teils in Paretz verlebte." (Klöden)

28.03.

Korpsmanöver auf dem Tempelhofer Feld

30.03.

Jahrestag der Schlacht von Paris. Feierliche Einweihung des Denkmals auf dem Tempelhofer Berg (Kreuzberg) durch Bischof Eylert.

31.03.

Korpsmanöver auf dem Tempelhofer Feld. Ankunft des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

01.04.

Einweihung der Kirche des Großen Friedrich-Waisenhauses.

03.04.

Truppenbesichtigung im Lustgarten. Ankunft der Fürstin von Taxis.

07.04. bis 10.04.

Der Hof geht für einige Tage nach Potsdam. Abreise der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

15.04.

"Cantate, der Tod Jesu, durch Zelter und die Sing-Akademie aufgeführt im Saal des Schauspielhauses." (BPH)

16.04.

Abreise des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

17.04. bis 01.05.

Potsdam. Besuche auf der Pfaueninsel, in Nikolskoe, auf dem Pfingstberg und in Sanssouci. Am 19.04. Kommunion mit der Garnison.

24.04.

Dejeuner dinatoire im Schloss Grunewald. Beginn der Manöver im Grunewald. Ankunft der Herzogin von Dessau.

26.04.

Besichtigung von St. Petri, Domkirche, Ritterakademie, St. Gotthardikirche, Marienberg, St. Katharinenkirche

27.04.

Korpsmanöver.

03.05.

Namenstag der russischen Großfürstin Alexandra. Dejeuner dinatoire beim Großfürsten und Konzert im Schauspielhaus (Himmel).

04.05.

Besichtigung der "Fenster mit gemalten Scheiben für die Marienburg in der Wernerschen Bronze-Fabrik" in Charlottenburg. (BPH)

06.05. bis 09.05.

Potsdam und Paretz.

10.05.

Korpsmanöver in Berlin.

14.05.

Parade von der Charlottenburger Chaussee bis Unter den Linden. Diner in der Bildergalerie für sämtliche Stabsoffiziere.

15.05.

Korpsmanöver zwischen Kreuzberg, Hasenheide, Tempelhof. Abreise der Herzogin von Dessau

16.05.

Am Ruhetag der Manöver findet ein "Konzert im Saal des Schauspielhauses zum Besten der Witwe Weber" statt. (BPH)

17.05. bis 31.05.

Potsdam. Manöver bei Glinicke.

22.05.

Rückkehr nach Berlin.

26.05.

Eröffnung des neu aufgebauten Schauspielhauses mit Iphigenie auf Tauris und einem Prolog von Goethe sowie dem Ballett "Die Rosenfee". An den Proben hatte der König mehrfach teilgenommen. "Bei dieser Gelegenheit geschah es zum ersten Mal, dass das gesamte Publikum das: Heil dir im Siegerkranz anstimmte. Gegen seine Gewohnheit nahm der König die Huldigung herzlich erfreut auf." (Malachowski)

27.05.

Abreise des Großfürsten und der Großfürstin über Dessau, Weimar nach Ems und Spa.

29.05.

Ankunft des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin. Abreise des Kronprinzen zur Revue nach Pommern, von dort nach Ems und Spa.

09.06.

"Seine Majestät sind heute nach Potsdam abgegangen und werden von dorten den 12. die Reise nach den Rheinprovinzen antreten." (BPH, Wittgenstein)

10.06.

Prinzessin Wilhelm schreibt an den Bruder: "Jetzt musst Du in Deinem Felsennest sein, wenn der König hinkommt den 23. - doch dies unter uns, wenn Du es nicht weißt, darf ich es nicht verraten; also verrate Du mich auch nicht. Charlotte hätte Dich so gern mit auf ihre Rheinfahrt gehabt; es soll mich verlangen, ob es geschehen ist. Alle 3 Kinder gehen mit und sind glückselig ... Wenn nur der König von England nicht zu bald kommt uns zu verscheuchen!"

12.06.

Beginn der Reise in die Rheinprovinz. In Lützen Besuch der Kirche und Nachtquartier im Posthaus.

13.06.

"Um halb 8 Uhr fuhr ich bei sehr unfreundlichem Wetter mit dem König nach dem Schlachtfelde über Kaja, Rahnow und Groß Görschen nach dem Monument." (Witzleben) Quartier im Kommandanturgebäude in Erfurt. Am Abend findet ein großer Zapfenstreich statt.

14.06.

Parade und Korpsmanöver in Erfurt. Ausflug zur Cyriaksburg.

15.06.

Über Gotha, Eisenach nach Buttlar. In Gotha-Friedrichstal Besuch beim Herzog von Sachsen-Gotha; in Eisenach Besuch der Großfürstin Maria und des Herzogs von Sachsen-Weimar.

16.06.

Über Gelnhausen, Hanau nach Wilhelmsbad. in Gelnhausen Besichtigung der Kirche, der Ruine der Burg Karls des Großen, des Monuments für den Freiherrn v. Massenbach. In Wilhelmsbad wird der König durch die Kurfürstin und den Kurfürsten von Hessen empfangen.

17.06.

Besuch des Landgrafen Friedrich in Rumpenheim.

18.06.

Über Homburg, Darmstadt nach Frankfurt. Verwandtenbesuche am Hof in Homburg und in Darmstadt.

19.06.

Über Wiesbaden, Biebrich nach Mainz. Besuch des Herzogs von Nassau in Biberich; Besichtigung der österreichischen Garnison in Mainz.

20.06.

Besichtigung der preußischen Garnison in Mainz. Dann über Minden, Ulm, Alzey nach Kirchheim, Nachtquartier im Gasthof.

21.06.

Über Kaiserslautern, Homburg nach Saarbrück. "Die Einwohner hatten hier Ehrenpforten errichtet, die Brücke sowie alle Häuser mit Laub und Blumen verziert und eine Menge junger weißgekleideter Mädchen mit Blumen besetzte den Eingang der Stadt und die Brücke." (I. HA, Rep. 89 Nr. 32531).

22.06.

Über die Höhen der Saar nach Werden, dann nach Saarlouis. Besichtigung der Festung in Begleitung des Generalleutnants von Rauch.

23.06.

Über die Moselhöhen nach Luxemburg. Besichtigung der Festungswerke.

24.05.

Besichtigung der Garnison und Parade. Am Nachmittag Weiterreise nach Trier. Besichtigung der Porta Nigra, des Doms, der Römischen Bäder, des Amphitheaters und der im ehemaligen Schloss eingerichteten Kasernen.

25.06.

Parade und Manöver im Beisein des Großherzogs von Baden in Trier. "Sie lief nicht ganz zur Zufriedenheit ab, und es gab mit Recht einige Nasen. Die Ausgrabung der Altertümer ist noch fortgeschritten und gewährt großes Interesse." (Jagow)

27./28.06.

Koblenz. Parade und Besichtigung der Festungswerke in Begleitung des Großfürsten Nikolaus und des Prinzen Wilhelm. Ankunft der Prinzessin Charlotte aus Ems. Auf dem Rhein geht es nach Schloss Engers, dort Zusammentreffen aller anwesenden Mitglieder der königlichen Familie.

29.06.

Besichtigung von Ehrenbreitstein. In Begleitung des eingetroffenen Kronprinzen geht es nach Ems zum Besuch des Herzogs von Nassau. Wilhelm geht nach Köln voraus, "um dort dem Exerzieren der Division beizuwohnen, bevor er [der König] sie sähe, damit ich alle Fehler ändern sollte, damit es nicht wie in Trier ginge." (Jagow)

30.06./01.07.

Köln. Besichtigung der Festungswerke und der Kasernen von Deutz. Am 01.07. findet ein großes Volksfest statt.

02./03.07.

Korpsmanöver und Wettfahrt der Schiffe auf dem Rhein während der Überfahrt nach Deutz; dann nach Solingen. Empfang durch  die "Repräsentanten des Handels- und Gewerbestandes, und von den zu mehreren tausenden versammelten Arbeitern der verschiedenen Fabrikzweige, nach Klassen gesondert, in der Kleidung und mit den Attributen ihrer Werkstätten ... Es war eine Warenausstellung veranstaltet, welche an Vollständigkeit und Eleganz nicht zu wünschen ließ, und deren treffliche Arbeiten dem Könige vorgelegt wurden. Er kaufte mehreres." (Klöden)  Weiter nach Düsseldorf, Quartier beim Prinzen Friedrich im Jägerhof. Am 2. Tag nach dem Korpsmanöver Besichtigung der Stadt, der Münzstätten, der Kunstsammlung auf dem Schloss, einiger Kirchen und der im Bau befindlichen Kavallerie-Kaserne. Der Tage endet mit einem Ball der Stadt.

04.07.

Über  Jülich nach Aachen. In Jülich Parade und Besichtigung mehrerer Wehranlagen; in Aachen Besichtigung der Kaiserlichen Burg, des Doms. Zusammentreffen mit der Großfürstin Aexandra.

05.07. bis 07.07.

Über Verviers nach Spa. Witzleben schreibt an seine Frau: "Ich bin sehr wohl, der König auch. Die Truppen sind herrlich, die Stimmung des Volks gut. Toren glauben in den Rheinprovinzen den Sitz gefährlicher Elemente. Schurken gibt es überall, aber das Volk ist wahrlich gut und der König hat überall ganz unzweideutige Beweise von wahrer Freude über seine Anwesenheit erhalten. Mehr kann man von einer neuen Provinz, die so unglückliche geschichtliche Erinnerungen hat, und die durch die Vereinigung mannigfach in ihren Verhältnissen zerstört worden ist, nicht verlangen." In Spa sind anwesend: Königin und König der Niederlande, der Kronprinz, Prinz von Oranien, Prinz Wilhelm, Prinz Friedrich der Niederlande, König und Königin von Württemberg, Großfürst und Großfürstin Nikolaus, Großfürstin Kronprinzessin der Niederlande, Prinz Paul von Mecklenburg-Schwerin.

08.07.

Über Aachen nach Krefeld. Die Stadt ist illuminiert und die Häuser mit Blumengirlanden und Inschriften geschmückt.

09.07.

Vor der Weiterreise wird in Krefeld die Seidenmanufaktur besucht. Weiterreise nach Wesel, Besuch der Festungswerke und von Fort Blücher. Am Abend Illumination der Stadt und großer Zapfenstreich.

10.0/11.07.

Münster. Am Abend großer Zapfenstreich und Illumination der Stadt. Am zweiten Tag Parade und Divisionsmanöver, im Anschluss in Begleitung des Prinzen Friedrich Besichtigung der Stadt, der Kirchen (Ausbau der evangelischen Kirche), des Rathauses und Besuch des Erbgroßherzogs von Oldenburg. Witzleben schreibt: "So unverkennbar auch die Teilnahme war, welche sich bei des Königs Anwesenheit in den neuen Provinzen äußerte, so kann man sich doch keinen Begriff von dem Jubel machen, der in den altpreußischen Provinzen auf dem linken Rheinufer und namentlich zu Krefeld stattfand. Und dieser Landesteil war von 1795 bis 1814, also volle 19 Jahre, von der Monarchie getrennt. Man könnte die neuen Untertanen hierauf aufmerksam machen, und ihnen sagen, es müsste doch unter den Flügeln des schwarzen Adlers so übel nicht wohnen sein, da diese Leute nach einer so langen Trennung solche Anhänglichkeit bewahrt hätten."

12.07.

Über Hamm, Soest nach Bielefeld. In Hamm Truppenbesichtigungen. In Bielefeld hatte sich "eine große Menge Menschen aus der ganzen Gegend eingefunden", der Ball der Stadt wurde wegen vorgeschrittener Zeit nicht besucht.

13.07.

Nach der Besichtigung der Leinwandbleichen in Bielefeld weiter nach Minden. "Hier wie in Bielefeld waren die Garnisonen abwesend und eine Compagnie Landwehr zur Ehrenwache mit Allerhöchster Erlaubnis freiwillig zusammengetreten." Anwesend sind der Fürst von Lippe-Detmold und der Erbprinz von Schwarzburg Sondershausen.

14.07.

Über Hildesheim nach Lafferde.

15.07.

Über Braunschweig nach Magdeburg. In Braunschweig Besichtigung des Schlosses. In Magdeburg Besichtigung des Gardelandwehrbataillons und Besuch der Domkirche. Am Abend großer Zapfenstreich und Illumination der Stadt. Der Magistrats von Halberstadt beschwert sich: "Bei mehreren Reisen Seiner Königlichen Majestät und Allerhöchstdessen Familie hatte die Stadt die bittere Kränkung erfahren, dass, wie es schien, die Berührung ihres Bezirks absichtlich vermieden wurde. Umso mehr gereicht es ihr zur größten Freude, dass Seine Kaiserliche Hoheit der Großfürst von Russland und dessen höchstverehrte Gemahlin, die allgeliebte Tochter unseres teuersten Königs, und Seine Königliche Hoheit unser höchstverehrter Kronprinz die hiesige Stadt bei ihrer Durchreise beglücken und ein Frühstück anzunehmen geruhen würden."

17.07.

Rückkehr nach Potsdam.

18.07. bis 24.07.

Zur Pfaueninsel. Am 20.07. nach Charlottenburg, dann zurück. Erst am 24.07. Rückkehr nach Charlottenburg. Prinz und Prinzessin Wilhelm reisen am 18.07. von Berlin aus in das neue Schloss in Fischbach, wo sie am 20. ankommen: "Es waren mehrere Ehrenpforten errichtet unweit der Grenze, die letzte an unserer Schlossbrücke. An der ersten kam uns die Gemeinde entgegen und beide Pfarrer hielten Reden. Ich musste weinen und die meisten weinten mit - ich erinnere mir nie eine Rührung der Art empfunden zu haben; freilich hatte ich auch in der Art noch nichts erlebt. Nun fuhren wir, begleitet von der Gemeinde, den Pfarrern und den Angestellten bis zur Lindenallee am Schloss, da hielt man um auszusteigen, weil die 300 Schulkinder darin aufgestellt waren mit Girlanden und ein Lied sangen. Die Musik ging natürlich auch immer vor uns her. Junge Mädchen in Weiß und Rot streuten Blumen vor uns in der Allee. Es war ganz herrlich ...In Hirschberg empfing uns der Magistrat, eben war der Schmiedeberger da. Wie wohl tut die herzliche Freundlichkeit dieser Menschen." (Briefe)

23.07.

Nach Paretz.

24.07.

Rückkehr nach Charlottenburg. Hier bleibt der Hof bis 10.08. mit Unterbrechung am 03./04.08., da der Geburtstag des Königs "auf die gewöhnliche Weise auf der Pfauen Insel gefeiert" wird (BPH, Wittgenstein). Dazu trifft der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz ein.

11.08. bis 14.08.

Zur Pfaueninsel und nach Paretz.

12.08.

Ankunft der Großfürstin Nikolaus nach ihrer Rheinreise.

13.08.1828

In den nächsten Tagen ist der Hof abwechselnd in Paretz, auf der Pfaueninsel, in Potsdam und in Berlin.

20.08.

Nach Charlottenburg. Besuch der Menagerie.

21.08.

Ankunft der Herzogin von Dessau.

25.08.

.Manöver der Potsdamer Garnison

26.08. bis 30.08.

Paretz. Ankunft des Erzherzogs Ferdinand von Österreich unter dem Namen eines Grafen von Feldkirch zu den Herbstmanövern. Quartier in der Wohnung des Bankiers Louis "Bei seiner Ankunft befanden sich vor seiner Wohnung eine Ehrenwache von 30 Mann mit einem Offizier. Die Wohnung auf dem Schloss hat der Erzherzog abgelehnt" (BPH, Wittgenstein)

27.08.

Besuch des Königs beim Erzherzog Ferdinand. Ankunft des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin.

28.08.

Große Familientafel in Anwesenheit des Herzigs von Cumberland, des Herzogs von Dessau, des Erbgroßherzogs von Schwerin, der großfürstlichen Herrschaften (Abreise am 1.9.). Abendmusik der Garde.

29.08.

Parade vor dem Großfürsten Nikolaus. "Zum ersten Mal sollten im Herbst dieses Jahres große Kavalleriemanöver stattfinden" (Malachowski). Abreise der großfürstlichen Herrschaften nach St. Petersburg, die königliche Familie begleitet bis Friedrichsfelde.

30.08. bis 15.09.

Nach Charlottenburg. Hier finden in den kommenden Tagen die Herbstmanöver statt. Das Lager bei Charlottenburg wird von den Berlinern zu Tausenden besucht.

14.09.

Diner beim König im Neuen Palais. "Nach der Tafel wurden das Palais, der Garten, Sanssouci in Augenschein genommen; des Abends war Komödie in dem Palais und auch abends Tafel. Der Erzherzog hat in dem Schloss zu Potsdam geschlafen." (BPH, Wittgenstein)

17.09.

Abreise des Erzherzogs Ferdinand von Österreich. Besichtigung des Granitsockels für die Statue Luthers.

18.09.

Bis zur Abreise zu den Truppenbesichtigungen an 28.09. ist der König in Charlottenburg.

28.09.

 "Seine Majestät haben sich heute mit sämtlichen Königlichen Prinzen nach Königsberg in der Neumark begeben, wo S.K.H. der Kronprinz über mehrere zusammengezogene Truppen Revue halten. Die Königlichen Prinzessinnen sind zu gleicher Zeit nach Schwedt abgegangen." (BPH, Wittgenstein)

30.09.

Nach Schwedt. Dejeuner bei Prinzessin Elisabeth und Besuch des Schlosses "Monplaisir". Zum Andenken an den Besuch des Königs in Schwedt lassen Schwedter Bürger einen Gedenkstein setzen mit der Aufschrift "II. OCTOBR. MDCCCXXI". Der Schwedter Gärtner Adolf Schödter stellt aus Anlass des Besuchs das Hauswappen der Hohenzollern gärtnerisch dar; der König schickt ihn als Belobigung zum Kupferstecher Buchhorn nach Berlin zur Ausbildung; Schröder arbeitet später als Professor in Karlsruhe.

01.10.

Nach Stettin.

02.10.

Nach Schwedt.

03.10.

Über Angermünde, Eberswalde, Werneuchen nach Berlin. In Angermünde Besichtigung der Kirche, bei Eberswalde Besichtigung des Gesundbrunnens. "Seine Majestät, die Königlichen Prinzen und Prinzessinnen sind diesen Abend wieder hier eingetroffen: Seine Majestät haben die Wohnung in Charlottenburg verlassen und werden bis zum Winter abwechselnd hier und in Potsdam bleiben." (BPH, Wittgenstein)

10.10.

Geburtstag der Prinzessin Wilhelm. Ankunft des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin.

12.10.

Geburtstag des Kronprinzen. Dejeuner dinatoire in Potsdam in Anwesenheit des Königs, der Kgl. Familie und der Militär- und Zivilbehörden, "gleich darauf begaben sich Seine Majestät und die höchsten Herrschaften auf einige Tage nach Paretz" (BPH, Wittgenstein)

13.10. bis 15.10.

Nach Potsdam und Paretz.

16.10.

"Versuch einer neuen Militär-Liturgie in der Charlottenburger Schlosskapelle" (BPH)

18.10.

Beginn der Herbstmanöver bei Berlin.

26.10.

Geburtstag des Prinzen Adalbert. Der König hat, "da derselbe das 10. Jahr zurückgelegt hat, nach einem älteren Herkommen in der Königsfamilie, den schwarzen und roten Adler-Orden zu verleihen geruht, auch hat der Prinz heute die Uniform erhalten und (ist) zum Leutnant eines Garde Landwehr Bataillon ernannt worden" (BPH, Wittgenstein)

31.10.

Abreise des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin.

17.11.

Ankunft des Fürsten von Hohenzollern-Hechingen.

25.11.

"Gymnastische Veranstaltungen der Gärtnerschen Gesellschaft im Theater" (BPH)

27.11.

Ankunft des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin. Geburtstag des Herzogs Karl von Mecklenburg-Strelitz. Dejeuner dinatoir in Monbijou bei Herzog Karl mit der königlichen Familien und den anderen hohen Herrschaften. Ball im Prinzessinnenpalais.

06.12.

Abreise des Erbgroßherzogs von Schwerin nach Wien.

07.12.

In den folgenden Tagen wechselt der Aufenthalt zwischen Berlin und Potsdam.

29.12.

"Die königliche Familie war in diesem Winter durch die Gegenwart der damals schon ungewöhnlich beweglichen Großfürstin in ein abwechslungsreicheres Leben als bisher hineingekommen. Der König gab seiner Tochter zu Ehren öfters Feste, und diese ließ sich von den Privatleuten, mit deren Stellung es sich vertrug, auch gern feiern. Alopeus der russische Gesandte, hatte es nicht an Bällen fehlen lassen." - berichtet weiter über ein abschließendes Dejeuner dansant im Freien im Frühjahr, zu dem außerordentlich große Vorbereitungen getroffen wurden: "Es herrschte wirklich ein feiner, hübscher Ton in der damaligen Berliner großen Welt und eine Heiterkeit, wie ich sie später oft vermisst habe. Diese Heiterkeit teilte sich vom Hofe aus der Gesellschaft mit." (Bernstorff)

30.12.

Den Jahreswechsel verbringt der König in Potsdam.

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© Gaby Huch