Dr. Gaby Huch | Roedernstraße 49 b | 12623 Berlin | 0172 2736985 | gaby@huch.berlin
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1836

01.01.

Das Jahr beginnt in Potsdam. Erst am 04.01. kehrt der König nach Berlin zurück.

19.01.

Der König schreibt an Charlotte: "Berlin ist in diesem Winter lebhafter als je. Von dem großen Maskenfest, welches Ribeauspierre am Vorabend des russischen Neujahrs gegeben, hast Du vielleicht schon gehört. … Nächsten Freitag wird das Fest im Saale des Schauspielhauses wiederholt werden, welchem beizuwohnen auch ich beabsichtige. ... Morgen ist das alljährliche Dejeuner dansant mit dem Corps diplomatique. Es ist für mich jedes Mal ziemlich angreifend, so dass ich wünschte, es wäre schon vorüber. Nächsten Sonnabend ist der erste Subskriptionsball und Sonntag das Ordensfest." (BPH, Rep. 49 J 201a)

24.01.

Ordensfeier.

07.02.

Prinz Wilhelm schreibt an Charlotte: "Am Freitag [05.02.] war Dejeuner dansant beim König, wo neben einigen Habitués ein wahres Eulennest ausgeleert schien, lauter Erscheinungen, die einmal im Jahr kommen. Doch es war ziemlich animiert. Der gestrige Sonnabendsball war passabler. Zum Mardi-gras soll bal masqué beim Herzog Karl sein, ... Heute ist ein kleiner Ball bei Portalès; Dienstag Dejeuner bei Prinz August; Mittwoch soirée théatral beim König; Freitag bal paré bei Abbat; Sonntag bei Graf Redern. Übrigens wird fast täglich hier getanzt seit 6 Wochen. Kinderbälle sind sehr in der Mode, die mit ordentlichem Tanz der Erwachsenen endigen. ... Kurzum, man amüsiert sich wie selten hier. Nur wir erleben von dem allen nichts, weil fast alles bei Diplomaten vor sich geht. ..." (Briefwechsel)

13.02.

Der König notiert in seinem Tagebuch: "Ich gab in dieser Zeit zwei Dejeuners dansants und 2 Soireen mit Theatralischen Vorstellungen im Prinzessinnen-Palais." (BPH, Rep. 49 F 25) Mehrfach gab es während des Karnevals in diesem Jahr Beschwerden wegen der polizeilich angeordneten Wagenreihungen bei Hoffestlichkeiten und großen Gesellschaften, da sich insbesondere die Prinzen Solms, Radziwill und Chartorisky nicht an die Anordnungen hielten.

29.02.

Ankunft des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz, der Prinzessin Luise und Tochter, der Herzogin von Anhalt-Dessau.

04.03.

Ankunft der Prinzessin Alexandrine und des Erbgroßherzogs.

08.03.

Großer Maskenball im Saal des Schauspielhauses.

09.03.

Abreise des Herzogs von Cambridge.

18.03.

Abreise der Herzogin von Anhalt-Dessau

28.03.

Der König besichtigt das Panorama von St. Petersburg.

29.03.

Abreise der Mecklenburg-Strelitzschen Herrschaften.

01.04.

In der Singakademie wird die Passions-Musik von Graun aufgeführt.

06.04.

Der König schreibt an Charlotte: "Morgen über acht Tage erwarten wir hier die gute Luise; wie viel wird dann wieder von Schlesien, Kalisch und Teplitz die Rede sein, Welche köstliche Zeit war das aber auch!" (BPH, Rep. 49 F 25)

15.04.

Besuch im "Großen Hyazinthen-Garten bei Krause" (BPH)

16.04.

Besichtigung des Lehrbataillons am Neuen Palais. Der König ist bis zum 20.04. in Potsdam.

17.04.

Parade in Potsdam.

23.04.

Besuch in Monbijou.

24.04.

Besuch der Potsdamer Garnisonkirche. Nach der Parade Ausflug nach Alexandrowka.

25.04.

Ausflug zum Pfingstberg. Ankunft des Prinzen Karl von Hessen-Darmstadt. Diner im Bronzezimmer. Am Folgetag Rückkehr nach Berlin.

26.04.

"Wir sehen um die Mitte Mai der Ankunft der Herzöge von Orléans und Nemours entgegen. … Wir sind alle darüber in den größten Schwulitäten. Ablehnen, wie natürlich, ließ es sich nicht. Von hier gehen sie nach Wien, wo sie sich ebenfalls angesagt haben. Ich werde froh sein, wenn sie wieder weg sind." (Bailleu, HZJB 20 (1916), 168)

27.04.

Im Opernhaus wird das Oratorium "Die Schöpfung" von Haydn zugunsten des Spontini-Fonds durch Spontini aufgeführt.

01.05.

Nach Potsdam. Ausflüge zum Pfingstberg. Rückkehr nach Berlin am 04.05. Am selben Tag findet die russische Taufe des Sohnes des Fürsten Wittgenstein in der Kapelle des Palais statt.

05.05.

Ankunft der Herzogin der Niederlande.

06.05.

Nach Potsdam zur Parade der Garnison. Am Folgetag findet das Brigademanöver statt. Rückkehr nach Berlin am 08.05. Aus Vanhagens Tagebuch vom 11.5.1836: "Die Verlegenheit des Königs ist nicht gering, er möchte den Fremden die größten Artigkeiten erzeigen und dabei zugleich, dass diese Artigkeiten in St. Peterburg als Grobheiten erschienen. ... Die Königin der Niederlande, die grade hier ist, und die man am erbittertsten glaubte, geht mit gutem Beispiel voran, und erklärt, sie würde die Fremden bei sich annehmen. - Früher hatten der Gesandte Herr Bresson und Herr von Humboldt die Reise abgeraten. Dass sie nun doch erfolgte, scheint ein Betreib des Fürsten von Metternich ...Unser Hof, das muss jeder denken, hat entweder die Grundsätze nicht, die er bisher zu haben schien, oder er ist zu schwach, sie behaupten zu können, und muss andere heucheln. In beiden Fällen schlimm!"

08.05.

Prinz Wilhelm schreibt an Charlotte: "Du kannst wohl denken, dass hier nur ein Gespräch existiert. Das ist die so völlig unerwartete Ankunft der trikoloren Prinzen! Es ist schwer, gelassen darüber zu urteilen! Es scheint mir ein himmelweiter Unterschied zu sein zwischen Anerkennung der verständigen und energischen Regierung Louis Philipps und dem bras dessus, bras dessous einer thronräuberischen Rasse!"

10.05.

Beginn der Frühjahrsmanöver in Berlin (bis 21.05.). Der Einzug des Prinzen Wilhelm in das Palais Unter den Linden wird mit einem Diner gefeiert. "Als ich ihm aber die Rechnungen en resumé übergab, woraus sich ergibt, dass die Summe, die er bewilligt hatte [320.000 Tlr.], nicht nur nicht überschritten worden, ist, sondern um 180 Tlr. erspart sind, so war er sehr zufrieden", schreibt Wilhelm an Charlotte.

11.05.

Ankunft des Kronprinzen Ferdinand, Herzog von Orléans, und Prinz Louis Charles, Herzog von Nemour.

12.05.

Besuch der Oper en gala gemeinsam mit den in Berlin anwesenden Herzögen von Orléans und Nemour.

15.05.

Der König besichtigt die Sonnenfinsternis vom Schloss aus. Der Kronprinz und die in Berlin anwesenden französischen Prinzen beobachten sie auf der Sternwarte.

24.05.

Abreise der Herzöge nach Wien.

25.05.

Besuch der Kunstausstellung im Goldenen Adler in Potsdam. In den folgenden Tagen wechselt der Aufenthalt zwischen Potsdam und Berlin.

04.06.

Taufe der Tochter des Prinzen Karl.

07.06.

Die Nachricht vom Ableben des Königs von Sachsen trifft ein.

08./09.06.

Paretz.

09.06.

Nach Charlottenburg.

17.06.

Nach Charlottenburg. Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

22.06.

Der König schreibt an Charlotte: "Morgen heben die großen Pferdeschauen an, welche 4 Tage dauern werden, und die wie immer so wie der Molkenmarkt eine Anzahl von Güterbesitzern und Fremden von weit und breit herbeigezogen haben." (BPH, Rep. 49 J 201a) es handelte sich um die Pferderennen des Vereins für Pferdezucht und Pferdedressur, die am 23.06. mit einem Jagdrennen bei Schönhausen begannen und dann bis 28.06. in Charlottenburg stattfanden.

29.06.

Besuch der Ausstellung eines Reliefs von Berlin.

03.07.

Der König schreibt an den Oberpräsidenten von Bodelschwingh: "Seit Jahren hat mich der Wunsch beschäftigt, die seit 17 Jahren von mir nicht besuchten westlichen Provinzen meines Staates wiederzusehen, um mich persönlich von dem gegenwärtigen Zustande derselben zu überzeugen. Umso schmerzlicher ist es mir jetzt, dass nicht zu beseitigende Hindernisse eingetreten sind, welche dieses Vorhaben in diesem Jahre unausführbar machen." Der Kronprinz wird an den Rhein zum Manöver reisen und sich zugleich "von dem Zustande der Provinz in Kenntnis zu setzen haben." (LHA Koblenz, Best. 441 Nr. 14966).

06.07.

Abreise der Königin der Niederlande.

07.07.

Besichtigung der Dioramen von Gropius und Besuch der Porzellanmanufaktur.

08.07.

Nach Potsdam und zur Pfaueninsel.

09.07.

Exerzieren des Lehrbataillons am Neuen Palais. Ankunft der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz und Diner beim Kronprinzen in den Neuen Kammern.

10./11.07.

Paretz; auch Alexander von Humboldt ist anwesend. Der König schreibt an Charlotte: "Am 14. reise auch ich, wie gewöhnlich: par ordre des Médecins - nach Teplitz ab, um dort etwa 4 Wochen lang zu baden und Kissinger Brunnen zu trinken."

12./13.07.

Charlottenburg.

14.07.

Abreise von Potsdam über Dresden nach Teplitz, Ankunft am frühen Morgen des 15.07. Die Fürstin von Liegnitz reist einen Tag zeitversetzt. Zum ersten Mal wird er Kissinger Brunnen trinken. In Teplitz werden die üblichen Ausflüge und Besuche gemacht: Mariaschein, Graupen, Rosenthal, Luisen-Felsen, Schlackenburg, Krzemusch, Dorn, Propstau usw. Der König schreibt über seinen Aufenthalt: "An Menschen fehlt es hier nicht, allein Badegäste mit Distinktion gibt es hier nur sehr wenige. Höchstens erscheinen sie als Zugvögel. Auch sind die Réunions im Ganzen wenig besucht und wenig animiert. Die Bäder und das Kissingerwasser bekommen mir im Ganzen gut, greifen mich aber ziemlich an. Übermorgen gehe ich von hier nach Schandau, um meinen Geburtstag in der Sächsischen Schweiz in aller Stille zuzubringen. Am 11. kommenden Monats gedenke ich Teplitz wieder zu verlassen." (Bailleu, HZJB 20 (1916), 168f.)

02.08. bis 04.08.

Über Tetschen auf der Elbe nach Schandau.  Übernachtung in Schandau im Gasthof zur sächsischen Schweiz; begleitet von der Fürstin Liegnitz, Fürst Wittgenstein, Alexander v. Humboldt. "Auf einem Ausflug von Teplitz reist H. mit Friedrich Wilhelm III. von Tetschen nach Schandau. Am nächsten Tage fahren sie auf der Elbe von Schandau zur Bastei. Am 4.8. speisen sie in Pillnitz und sind am Abend dieses Tages wieder in Schandau." (Humboldt-Chronologie) Die Kleidung beim Diner beim König von Sachsen war "en Frac habillé und Uniform".

11.08.

Über Dresden, Großenhain (11.08.) Rückkehr nach Potsdam. Ankunft am 12.08. Zur Pfaueninsel und weiter nach Charlottenburg. Hier bleibt der König mit wenigen Unterbrechungen durch Ausflüge nach Potsdam und Paretz bis zum 01.11.

24.08. bis 27.08.

Paretz. Am 25.08. findet die traditionelle Speisung der neu eingekleideten Paretzer Kinder statt.

29.08.

Beginn der Korps-Manöver der Garnison,

31.08.

Diner für sämtliche Stabsoffiziere in der Bildergalerie. Ankunft des Herzogs von Braunschweig.

05.09. bis 08.09.

Paretz. Am 05.09. Abmarsch der Truppen ins Feld-Manöver bei Rohrbeck.

08.09.

Nach Potsdam. Am Folgetag Diner für die Offiziere des Lehrbataillons im Neuen Palais.

10.09.

Ankunft des Königs Otto von Griechenland.

11.09.

Besuch auf der Pfaueninsel. Rückkehr nach Charlottenburg.

21.09.

Der König schreibt an Charlotte: über die Manöver: "Die Erinnerungen an Kalisch traten in diesen Tagen wieder recht lebhaft vor meine Augen. Es war eine gar zu schöne Zeit. Aus den hiesigen Zeitungen wirst Du vermutlich ersehen haben, welche Unzahl fremder Herrschaften uns in der letzten Zeit heimsuchten. Der Rex von Griechenland machten den Beschluss, hielt sich aber nur 1/2 Tag hier auf." (BPH, Rep. 49 J 201a)

22.09.

Besuch der Kunstausstellung in der Akademie.

30.09.

Nach Potsdam und zur Pfaueninsel.

01.10.

Nach Brandenburg zur Wieder-Einweihung des ausgebauten und restaurierten Domes. Rückkehr nach Potsdam.

03.10. bis 05.10.

Paretz. Am 05.10. Rückkehr nach Charlottenburg.

12.10.

Im Hotel de Russie werden "Natur-Gegenstände an der Wand dargstellt durch das … Mycroscop", notiert der König in seinem Tagebuch.

17.10.

Besichtigung der wiederbauten St. Nikolai-Kirche. Der König schreibt an Charlotte: "Sonnabend ist die Vermählungsfeier, der dann wie üblich die hergebrachten Feierlichkeiten folgen werden."

22.10.

Vermählung der Prinzessin Elisabeth, Tochter des Prinzen Wilhelm (Bruder des Königs), mit dem Prinzen Karl von Hessen und bei Rhein "mit allen bei einem solchen Feste üblichen Feierlichkeiten. Der Vermählung folgte eine Reihe von Hoffesten" (Klöden). Der König nimmt wegen einer Erkrankung nur an einem Teil der Feierlichkeiten teil.

23.10.

Nach dem feierlichen Kirchgang im Dom findet ein Dejeuner dinatoire bei den Neuvermählten statt, am Abend der traditionelle "Polonaisen-Ball" im Weißen Saal.

24.10.

Gala-Diner im Rittersaal und Gala-Oper.

25.10.

Diner bei Prinz Wilhelm.

26.10.

Diner beim Kronprinzen.

27.10.

Parade der Truppen auf dem Rückmarsch vom Rhein nach Posen.

29.10.

Ball bei Prinz Wilhelm.

30.10.

Diner bei Prinz August.

31.10.

Diner en famille bei Prinz Wilhelm.

01.11.

Rückkehr nach Berlin.

05.11.

Besuch der Kunstausstellung in der Akademie.

09.11.

Ankunft der verwitweten Königin von Baiern.

10.11.

Taufe der Tochter des Fürsten Radziwill.

11.11.

Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

15.11.

Besuch der Porzellanmanufaktur. Abreise der Mecklenburg-Strelitzschen Herrschaften. In den folgenden Tagen wechselt der Aufenthalt zwischen Berlin und Potsdam. Das Jahresende verbringt der König in Berlin.

16.11.

Besuch im Atelier von Rauch und Besichtigung des Models der Statue Albrecht Dürers, die für Nürnberg bestimmt ist.

05.12.

Der König schreibt an Charlotte: "Nun wird wohl auf einige Zeit Ruhe bei uns eintreten, worüber ich eigentlich nicht böse bin, denn noch in keinem Jahre empfingen wir so häufigen und fortgesetzten Besuch von hohen fremden Herrschaften als in diesem." (BPH, Rep. 49 J 201a)

07.12.

Tod der Prinzessin Luise Fürstin Radziwill.

 

 

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© Gaby Huch